17.02.2012

Cyber-Straftaten: Schutz vor Gangstern im Netz

Von Stefan Sauer

Schufa verspricht Hilfe gegen Cyber-Straftaten: Immer häufiger eignen sich Kriminelle im Internet Daten unbescholtener Bürger an, um sich der Identität des Opfers zu bemächtigen und daraus finanziellen Nutzen zu ziehen.

Plötzlich sind Bankkonten leer, Kreditkarten gesperrt und Produkte geordert, deren Bestellern man im Dunkeln gewiss nicht begegnen möchte. Immer häufiger eignen sich Kriminelle im Internet Daten unbescholtener Bürger an, um sich der Identität des Opfers zu bemächtigen und daraus finanziellen Nutzen zu ziehen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts stieg die Zahl solcher „Identitätsdiebstähle“ 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 82 Prozent. Im Schnitt werden zwei Identitäten pro Minute gestohlen. Der so entstandene Schaden belief sich 2010 auf 61,5 Millionen Euro. Insgesamt wurden knapp 60000 „Cybercrime-Straftaten“ registriert, eine Zunahme um 19 Prozent. Darüber hinaus ist mit einer erheblichen Dunkelziffer zu rechnen – und mit seither nochmals gestiegenen Zahlen.

In den allermeisten Fällen ist den Opfern nicht bewusst, dass sensible persönliche Daten wie Name, Adresse und Bankverbindung im Internet kursieren, von Kriminellen abgegriffen und missbraucht werden können. Bemerkt wird der Daten- und Identitätsklau meist erst im Schadensfall.

Dem verspricht die Schufa Holding AG mit einem neuen Angebot für Privatkunden abzuhelfen. Mit dem „Schufa-IdentSafe“ erhalte sie bei drohendem Datenmissbrauch umgehend eine Warnung, per SMS aufs Handy oder ins E-Mail-Postfach. Anschließend kann die Schufa auf Antrag des Kunden auf die Löschung der persönlichen Daten im Netz hinwirken. Den in dieser Form bislang einmaligen Service lässt sich die Wirtschaftsauskunftei mit jährlich 39,90 Euro bezahlen.

Dafür durchforstet die Schufa ständig alle Internetseiten im In- und Ausland nach möglicherweise frei verfügbaren Daten ihrer Kunden. Besonders missbrauchsanfällige Kombinationen wie beispielsweise Name plus Bankverbindung oder Kreditkartennummer werden dem Kunden unverzüglich gemeldet, andere, weniger riskante Angaben (Name plus Mail-Adresse) erhält der Kunde in einer Auflistung, die alle 90 Tage von der Schufa versandt wird.

Auf Wunsch des Kunden hilft die Schufa bei der Tilgung der Daten: Seitenbetreiber und Suchmaschinen werden – laut Schufa fast immer mit Erfolg – aufgefordert, die Daten umgehend zu löschen. Enthalten sind im Paket überdies Informationen über die Schufa-Daten des Kunden selbst, die über die Kreditwürdigkeit Auskunft geben, sowie über die Weitergabe dieser Daten an private Wirtschaftsunternehmen und Banken.

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