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Demografie : Bahn ändert drastisch Arbeitsmodelle

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Wer bei der Bahn harte körperliche Arbeit leistet, soll im Alter kürzer treten können.
Wer bei der Bahn harte körperliche Arbeit leistet, soll im Alter kürzer treten können.
Foto: dpa

Die Deutsche Bahn reagiert auf den demografischen Wandel und schließt mit der Eisenbahngewerkschaft (EVG) einen Vertrag ab, der die Bedürfnisse älterer Beschäftigter berücksichtigt. Zugleich werden die Kriterien für Bonuszahlungen an Führungskräfte geändert. Und Azubis bekommen eine Job-Garantie.

Der demografische Wandel macht’s möglich: Für Tausende Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) soll die Arbeit in den nächsten Jahren leichter werden. Zugleich steigen die Jobchancen für Jugendliche. Arbeitgeber und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG einigten sich am Donnerstag auf einen Demografie-Tarifvertrag für 150.000 Mitarbeiter.

Kernpunkt ist die Verlängerung des Kündigungsschutzes. Er soll erstmals unbefristet gelten. Mitarbeiter über 60 Jahre, die lange Zeit in Nachtdienst oder Wechselschichten gearbeitet haben, dürfen ihre Arbeitszeit um 20 Prozent reduzieren, müssen dabei aber nur auf 12,5 Prozent des Lohns verzichten. „Die älteren Schichtarbeiter sind extremer Belastung ausgesetzt“, sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber bei der Vorstellung des Vertrags.

Geplant sind zudem eine individuellere Gestaltung der Arbeit und gezielte Weiterbildungsangebote. Jüngere Kollegen sollen einen Anreiz erhalten, Arbeitszeit anzusparen, die sie im Alter für eine frühere Rente einsetzen können. „Wer seine Ausbildung erfolgreich abschließt, bekommt ein unbefristetes Job-Angebot“, versprach Weber.

Bahn will Image aufbessern

Verbesserungen gibt es auch für Zeitarbeiter. Sie sollen nach zwölf Monaten den gleichen Lohn wie fest angestellte Mitarbeiter erhalten. Das Jobticket wird für einen Großteil der Belegschaft komplett vom Konzern finanziert.

„Wir sind sehr zufrieden, doch der Vertrag kann nur ein erster Schritt sein“, sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz. „Die Erleichterungen für ältere Schichtarbeiter möchten wir gern ausweiten, das Jobticket soll künftig für alle Mitarbeiter kostenlos sein“, umriss er die Ziele der EVG.

Deren Verhandlungsposition ist gut. Die Bahn sucht händeringend Mitarbeiter. Zudem ist der Konzern bestrebt, sein Image zu verbessern. Deshalb werden die Bonuszahlungen für rund 5000 Führungskräfte künftig davon abhängig gemacht, wie zufrieden Kunden und Mitarbeiter sind.

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