10.01.2012

DGB-Studie: Billiglöhne teuer für den Staat

Niedriglöhne sind teuer für den Staat.
Niedriglöhne sind teuer für den Staat.
Foto: Plassmann
Berlin –  

Der Staat musste 2011 rund zwei Milliarden Euro aufwenden, um den Beziehern von Niedriglohn zu einem Existenzminimum zu verhelfen. Insgesamt steuerte er für das das Hartz-IV-System vier Milliarden zu den unzureichenden Löhnen bei.

Sie arbeiten Vollzeit und brauchen trotzdem Geld vom Staat um überhaupt das Existenzminimum zu erreichen. Weil Unternehmen Billiglöhne zahlen, muss der Staat laut einer DGB-Untersuchung rund zwei Milliarden Euro 2011 aufwenden, um Geringverdienern mit einem Vollzeitjob das Existenzminimum zu sichern. Rechne man noch die Betroffenen mit einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob hinzu, so seien es sogar vier Milliarden Euro gewesen, die der Staat über das Hartz-IV-System beisteuerte, zitiert die „Saarbrücker Zeitung“ aus der Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Demnach gibt es trotz guter Arbeitsmarktlage und zum Teil spürbarer Lohnsteigerungen noch rund 560 000 sozialversichert Beschäftigte, die zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Damit seien 2,5 Prozent der sozialversicherten Erwerbspersonen Aufstocker. Nach Darstellung des DGB-Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy ist das Risiko, zum Aufstocker zu werden, in der Zeitarbeit vier Mal höher als sonst. Etwa jeder zehnte Leiharbeiter habe im Vorjahr auch Hartz IV bezogen. Im Gastgewerbe seien es 8,4 Prozent gewesen.

Laut DGB-Studie verdiente von allen erwerbstätigen Aufstockern zuletzt etwa die Hälfte nicht mehr als 6,50 Euro pro Stunde. Bei etwa jedem vierten lag der Stundenlohn sogar unter 5 Euro. (dpa/dapd)

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