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Don't Bank on the Bomb: Acht deutsche Banken finanzieren Atomwaffen

Zentrale in Frankfurt am Main.

Zentrale in Frankfurt am Main.

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dpa

Acht deutsche Finanzinstitute sind einer Untersuchung zufolge an der Finanzierung von Atomwaffen beteiligt. Unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Allianz gewährten Kredite und investierten in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die Atomsprengköpfe und Trägersysteme wie Raketen oder U-Boote herstellen, teilte die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) am Donnerstag mit.

Laut der Studie „Don't Bank on the Bomb“ (PDF) der Friedensgruppe IKV Pax Christi unterhielten zwischen 2010 und 2012 weltweit 298 Finanzdienstleister aus 30 Ländern Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern - in einer Größenordnung von insgesamt 235 Milliarden Euro. In Deutschland steckten demnach acht Finanzinstitute insgesamt 7,6 Milliarden Euro in die Atomwaffen-Industrie. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland damit nach den USA, Großbritannien und Frankreich Platz vier ein.

Nummer eins in Deutschland ist dem Bericht zufolge die Deutsche Bank: Sie unterhalte Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern in einer Größenordnung von rund 3,6 Milliarden Euro, heißt es in der Studie. Auf Platz zwei landet die Commerzbank mit 1,8 Milliarden Euro, gefolgt von der Allianz mit 1,1 Milliarden Euro. Die stärksten finanziellen Verflechtungen der deutschen Finanzinstitute bestehen dem Bericht zufolge zum deutschen Konzern ThyssenKrupp, zum US-Unternehmen Northrop Grumman und zum europäischen Rüstungskonzern EADS, an dem auch der deutsche Staat beteiligt ist. (afp)