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EU Automarkt: Autobranche rutscht tiefer in die Krise

In der EU werden so wenig Autos wie zuletzt 1993 verkauft.

In der EU werden so wenig Autos wie zuletzt 1993 verkauft.

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dpa

Mit dem Automarkt geht es in der EU immer steiler bergab. Im November wurden nur noch gut eine Million Autos neu zugelassen – rund zehn Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In den ersten elf Monaten des Jahres wurden mit 11,3 Millionen so wenig Pkw wie seit 1993 nicht mehr verkauft.

Inzwischen erwischt es auch den erfolgsverwöhnten Branchenprimus Volkswagen, der zwar im vorigen Monat mit 248000 Autos mehr als doppelt so viele wie die Nummer zwei Peugeot-Citroën verkaufte. Doch auch Audi, die Premiummarke der Wolfsburger, musste Einbußen (minus 2,3 Prozent) einstecken. Das dürften die Vorboten noch größerer Rückgänge sein.

Großer Bedarf in China

VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler erwartet ein „anspruchsvolles Jahr 2013“. Hintergrund ist die EU-Schuldenkrise, die zunächst in Italien und Spanien die Neuzulassungen einbrechen ließ. Inzwischen verfinstert es sich auch im wichtigen französischen Markt. Ein Fünftel weniger Pkw wurden im November in dem Land neu zugelassen.

Die Prognosen darüber, wann sich der europäische Markt wieder erholt, gehen weit auseinander. Pessimisten jedenfalls vermuten, dass frühestens 2018 wieder ein Niveau wie im Rekordjahr 2007 erreicht wird. Dahinter steckt die Einschätzung, dass die Euro-Krise frühestens in fünf Jahren überwunden sein kann. Hinzu kommt, dass durch Programme mit Abwrackprämien die europäische Autoflotte in jüngster Zeit erneuert wurde, es deshalb dauerhaft einen geringeren Bedarf an Neufahrzeugen gibt.

Für China trifft das nicht zu. Dem Riesenland wird eine Riesennachfrage für viele Jahre vorausgesagt. Davon profitiert auch der dortige Marktführer Volkswagen. Außerdem gibt es in den USA als Spätfolge der Finanzkrise 2009/2010 noch immer einen enormen Nachholbedarf. VW hat seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten zuletzt stark ausgebaut. Ferner profitierte der Konzern von steigender Nachfrage in Russland und in Südamerika, wodurch Rückgänge in Europa mehr als ausgeglichen wurden. Die Folge: Die Wolfsburger haben in den elf Monaten des Jahres 2012 mit weltweit 8,29 Millionen Fahrzeugen schon mehr verkauft als im gesamten Jahr 2011.


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