. Bunte Farben und originelle Aufdrucke mögen darüber hinwegtäuschen, doch im Grunde ist die Garderobe von Säuglingen in westlichen Industrieländern nicht gerade abwechslungsreich: Man trägt Strampler.
Viele Babys stecken von morgens bis abends in den praktischen Einteilern – für die Zeitschrift Ökotest ein guter Grund, aktuelle Modelle gängiger Hersteller auf Schadstoffe und Umweltgifte zu untersuchen. Denn die Haut von Babys ist viel dünner als die von Erwachsenen, sehr empfindlich und reizbar. Da ist es besonders wichtig, dass keine Schadstoffe in der Kleidung stecken – besonders wenn die Teile über einen längeren Zeitraum direkten Hautkontakt haben.
Ökotest hat ein unabhängiges Labor beauftragt, 21 Strampler auf verbotene und problematische Farben, optische Aufheller und umstrittene halogenorganische Verbindungen zu untersuchen. Der billigste Strampler im Testfeld kostet sechs, der teuerste knapp 40 Euro. Fünf der 21 Modelle sind aus Bio-Baumwolle hergestellt.
Sieger nicht besonders teuer
Bei Anzügen mit Polyester wurde geprüft, ob sich aus dem Gewebe das Schwermetall Antimon herauslöst, das Haut und Schleimhäute reizen kann. Besonderes Augenmerk lag auch auf den Druckknöpfen der Anzüge. Sie können das Kontaktallergen Nickel enthalten. Neben den Inhaltsstoffen floss auch die Verarbeitung in die Bewertung ein. So wurde geprüft, ob die Anzüge beim Waschen ausleiern oder einlaufen. Das Labor hat alle Strampler gemäß der Anweisungen auf dem Pflegeetikett gewaschen und danach die Veränderungen in Länge und Breite festgehalten.
Das Ergebnis ist nicht gerade erfreulich: Nur ein einziges Modell konnte die Tester komplett überzeugen und erhielt die Note „sehr gut“. Der Strampler aus Bio-Baumwolle von „Living Crafts“ enthält keinerlei bedenkliche oder umstrittene Substanzen und macht auch nach dem Waschen noch eine gute Figur. Mit einem Preis von 14,90 Euro ist der Testsieger nicht mal besonders teuer. Alle anderen Teile bekamen Abzüge wegen Schadstoffen oder Mängeln in der Verarbeitung. Elf waren immerhin noch „gut“.
Besonders oft fanden die Experten von Ökotest sogenannte optische Aufheller im Gewebe. Weil diese Weißmacher nicht fest in der Faser gebunden sind, können sie mit dem Schweiß in die Haut gelangen und bei Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorrufen. Außerdem belasten diese chemischen Aufheller auch die Umwelt. Neun Strampler weisen halogenartige Verbindungen auf, die auch Allergien auslösen können. Manche von ihnen sind sogar krebserregend. Die Stoffe, die meist Brom, Jod oder Chlor enthalten, gelangen beim Färben in die Kleidung.

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