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Gold: Bundesbank lagert Gold im Ausland

„Holt unser Gold heim!“ fordert eine Initiative die Bundesbank auf. Die findet es sinnvoll, das Gold im Ausland zu lagern.

„Holt unser Gold heim!“ fordert eine Initiative die Bundesbank auf. Die findet es sinnvoll, das Gold im Ausland zu lagern.

Es ist ein gewaltiger Schatz. 3 400 Tonnen Gold besitzt die Deutsche Bundesbank. Zum aktuellen Marktpreis ist dieses Gold rund 133 Milliarden Euro wert. Doch wo es sich genau befindet, will die Bundesbank nicht verraten. Nur so viel: Lediglich ein Teil des Goldes lagert irgendwo in Deutschland, der Rest befindet sich im Ausland – und zwar bei der US-Zentralbank (Fed) in New York, bei der Banque de France in Paris und bei der Bank von England in London.

Selbst der Deutsche Bundestag ist nicht eingeweiht. Das finden einige Abgeordnete merkwürdig, denn schließlich gehört das Gold der Bundesbank ja letztlich der deutschen Bevölkerung. Die Kritik der Parlamentarier mündet in folgenden Fragen: Ist das Gold im Ausland überhaupt sicher? Existiert es überhaupt? Der CDU-Abgeordnete Philipp Mißfelder wollte es genau wissen und ist nach New York gereist, um den Goldschatz der Bundesbank zu begutachten. Doch er ist nicht fündig geworden. In den Tresoren der Fed wollte oder konnte ihm niemand zeigen, welche genau die deutschen Barren sind.

Bundesbank prüft schon lange nicht mehr nach

Inzwischen fragen sich einige, ob die Bundesbank überhaupt selbst weiß, wo ihr Gold liegt. Überprüft hat sie ihre Goldbestände jedenfalls schon lange nicht mehr. Das gibt sie auch zu: „Die Zentralbanken vertrauen sich hier gegenseitig. Und in den USA ist die Fed für unser Gold zuständig“, erklärt ein Bundesbank-Sprecher. „Es würde nicht den Usancen entsprechen, wenn wir jetzt einen Einblick in unsere Goldbestände fordern würden.“

Sogar der Bundesrechnungshof hat sich des Themas angenommen und einen Prüfbericht verfasst. Durchgesickert ist bereits, dass der Rechnungshof der Bundesbank vorwirft, bei der Bilanzierung der Goldreserven, die im Ausland lagern, nicht genauso sorgfältig vorzugehen wie mit dem Gold, das in den deutschen Tresoren liegt.

„Holt unser Gold heim!“

Druck auf die Bundesbank wird auch von anderer Seite ausgeübt. Immer größeren Zulauf erhält eine „Initiative Gold Action“ mit ihrer Forderung: „Holt unser Gold heim!“ Unterzeichnet haben den Aufruf unter anderem der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel und der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler. Im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise bestehe eine „akute Enteignungsgefahr“ für das deutsche Gold, begründet die Initiative ihre Forderung – ausgerechnet jetzt, da der Bund angesichts einer drohenden Notlage des Haushalts schon bald gezwungen sein könne, das Gold zu verkaufen.

Die Bundesbank weist die Forderungen zurück: „Es ist sinnvoll, einen Teil des Goldes dort zu lagern, wo es gegebenenfalls auch schnell verkauft werden kann“, argumentiert der Bundesbank-Sprecher.