12.01.2012

Hunger: Nahrung so teuer wie nie

Von Daniel Baumann

Foto: dapd
Frankfurt –  

Bis zu 70 Prozent ihres Einkommens müssen die armen für Nahrungsmittel ausgeben. Denn das Essen ist im letzten Jahr so teuer wie noch nie geworden. Viele Bäuche bleiben jetzt leer.

Für Millionen von Menschen sind Nahrungsmittel im vergangenen Jahr zu teuer geworden. Der Nahrungsmittelpreisindex der Nahrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) notierte auf einem Rekordhoch. Im Schnitt lag er bei 228 Punkten und damit 28 Punkte oder 14 Prozent über dem Höchststand von 2008, wie die FAO am Donnerstag mitteilte.

Millionen Menschen mussten deshalb wieder hungern. Denn die Weltmarktpreise schlagen direkt auf die Lebensmittelpreise auf lokalen Märkten in Afrika, Südamerika oder Asien durch.

Da die Armen ohnehin schon 50 bis 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, können sie sich höhere Lebensmittelpreise schlicht nicht leisten: Ein Anstieg der Preise führt nicht nur dazu, dass die Nahrungsmittelaufnahme verringert wird. Die Familien nehmen auch ihre  Mädchen von der Schule und verkaufen Eigentum, um Essen kaufen zu können. Forscher erhoben, dass bei zehn  Prozent höheren Preisen  die Armen in Guatemala 8,7 und in Peru 18,7 Prozent weniger Kalorien aufnahmen.

Im Dezember gab der FAO-Preisindex zwar wegen Währungseffekten, sinkender Nachfrage und guten Ernten auf 211 Punkte nach. Doch auch so bleiben viele Bäuche leer.

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