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KfW-Nachhaltigkeitsindikator: Fortschritte in Wirtschaft und Umweltschutz

Lebensraum Wald: Wichtig für den Klimaschutz.

Lebensraum Wald: Wichtig für den Klimaschutz.

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dpa/David Ebener

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Deutschlands Abwehrkräfte sind enorm. Trotz der Eurokrise hat die Bundesrepublik im Jahr 2011 nicht nur wirtschaftliche Fortschritte erzielt. Auch in den Bereichen Ökologie und Bildung gab es Verbesserungen. Das zeigt der Nachhaltigkeitsindikator der KfW Bankengruppe. Der Index stieg um 0,4 Punkte auf einen Rekordwert von 0,7 Punkten. Die Ergebnisse der Studie liegen dieser Zeitung exklusiv vor.

Der Indikator, den die KfW zum fünften Mal ermittelt hat, spiegelt die Entwicklung von Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftlichem Zusammenhalt wieder. Zum ersten Mal ermittelten die Volkswirte in allen drei Bereichen Fortschritte. Mehr noch: Die Messwerte für Wirtschaft, Umwelt und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erreichten allesamt einen neuen Höchststand. Vor einem Jahr hatte der Boom der Wirtschaft den ökologischen Fortschritt noch gebremst. Jetzt scheinen Wachstum und Nachhaltigkeit vereinbar.

Von einem Quantensprung in der Entwicklung Deutschlands will KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner allerdings zunächst nicht sprechen. „Ich möchte die Erwartungen nicht zu hoch schrauben“, sagt der Ökonom, der im September von der VP Bank in Liechtenstein zur KfW Bankengruppe gewechselt ist. Schließlich zeigt die Studie auch, dass die wirtschaftlichen Fortschritte größer sind als die ökologischen, und zwar gemessen an der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre. So liegt der Wirtschafts-Indikator mit 0,9 Punkten deutlich über dem Umwelt-Messwert von 0,5 Punkten.

Im wirtschaftlichen Bereich loben die Volkswirte besonders die relativ hohen Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung sowie die geringe Verschuldung von Privathaushalten. Größter Schwachpunkt ist die Staatsverschuldung, die durch die Anti-Krisen-Politik gestiegen ist. Allerdings sei die Staatsschuld dank des sehr niedrigen deutschen Zinsniveaus „zurzeit problemlos finanzierbar“, heißt es in der KfW-Studie.

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Besserer Klimaschutz

Kritisch bewerten die Ökonomen die Investitionen. Zwar haben Firmen mehr in Anlagen wie Maschinen investiert, dies sei jedoch überfällig. Denn die Nettoinvestitionsquote der anderen sechs Länder, die sich mit Deutschland in der Gruppe der sieben führenden Industrienationen zusammengeschlossen haben (G7), ist wesentlich höher. „Deutlich mehr Investitionen dürften erforderlich sein, wenn Deutschland mittel- und langfristig seinen Wohlstand nicht aufs Spiel setzen will“, warnen die KfW-Volkswirte.

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Im Umweltbereich haben sich die Energieeffizienz und der Klimaschutz verbessert. So sank der Ausstoß an Treibhausgasen. Positiv bewerten die Analysten auch den hohen Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch. Der Ausstoß an Schadstoffen wie Feinstäuben ist dagegen gestiegen. Die KfW sieht denn auch „großen Handlungsbedarf“ bei den Emissionen von Feinstäuben, Stickstoffoxid und Ammoniak.

Im Bereich „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ gab es besonders große Fortschritte bei der Bildung. Gemessen wurden diesmal nicht die Bildungsausgaben, sondern der Anteil Geringqualifizierter unter den 25- bis 30-Jährigen. Die Zahl der Menschen ohne Lehre oder Hochschulabschluss ist gesunken. Positiv zu Buche schlug auch, dass weniger Ausländer arbeitslos sind.

Weiter schwächelnd ist der Bereich Gesundheit. Die Volkswirte haben sich hier die Zahl der in Kliniken behandelten Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie der psychischen Störungen angesehen.

Die vollständigen Ergebnisse und Informationen zur Konstruktion des KfW-Nachhaltigkeitsindikators stehen im Internet unter www.kfw.de/research. Die dazugehörigen Grafiken werden unter www.kfw.de/infografik präsentiert.