25.01.2012

Kim Dotcom : Der Mega-Mann

Von Jonas Nonnenmann

Der verhaftete Megaupload-Chef Kim Dotcom liebt die Dekadenz, verpulverte Millionen für Parties. Er nimmt sich und das Leben offenbar nicht allzu ernst - und setzt sich sogar für die ein, deren Rechte er verletzte.

Kim Dotcom feierte die Partys, als ob jedes Fest sein letztes wäre: Youtube-Fotostrecken zeigen ihn auf seiner zweistöckigen Yacht, mit Bikinischönheiten im Pool und immer wieder in seinem Privatjet. Bilder, bei denen jeder Gangster-Rapper neidisch wird.

The Kims are looking at things

Bildergalerie ( 18 Bilder )

Für Fotos macht Dotcom, 38 Jahre, gebürtig aus Kiel, immer wieder dieselbe Geste: Er breitet die Arme aus, die Handflächen nach innen, die Ellenbogen gestreckt. Als wolle er sagen: Seht her, was ich geschafft habe"

Zehn Millionen Dollar für ein Wochenende

Worum geht es?

Sharehoster bieten die Möglichkeit, Musik oder Filme auf einem Internet-Server zu speichern. Anschließend besteht die Möglichkeit, dass andere Nutzer die Dateien wieder herunterladen. Ab einer bestimmten Dateigröße erheben die meisten Anbieter eine Gebühr fürs Hochladen, viele finanzieren sich außerdem über Werbebanner. Alleine auf "Megaupload" tauschten täglich rund 50 Millionen Menschen Dateien, die wenigsten davon legal.

Dotcom alias Kim Schmitz wurde mit dem Mega-Song bekannt, und das Wort “mega” beschreibt ihn ganz gut.

Den größten Fernseher von ganz Neuseeland habe er in seiner Suite gehabt, berichtet der „New Zealand Herald“, daneben ein Pool mit importiertem Wasser und davor 15 Mercedes-Benz, einen pinken Cadillac, Baujahr 1959, und einen Rolls-Royce Phantom. Das alles beschlagnahmte die Polizei, als sie sein Anwesen durchsuchte.

Zehn Millionen US-Dollar (rund 7,7 Mio. Euro) habe ein Partywochenende in Europa gekostet, berichtet die Zeitung. Der Youtube-Streifen „Kimble goes Monaco“ dokumentiert ihn auf Reisen. Er zeigt ein molliges Riesenbaby, das eine Riesenfreude daran hat, Strafzettel zu zerknüllen.

Dotcom lebte das Leben, als sei es eines seiner Ballerspiele. Er nahm es wohl nicht allzu ernst, so wirkt es zumindest. Wie in Neuseeland bekannt wurde, schrieb er vor seiner Festnahme einen satirischen Brief an seine besorgten Nachbarn – von denen sich viele wunderten, dass plötzlich Luxusschlitten mit „Hacker“-Nummernschildern an ihnen vorbeibretterten.

„Lassen Sie mich zunächst einmal versichern, dass es Vorteile hat, einen kriminellen Nachbarn wie mich zu haben“, schreibt Dotcom und behauptet, er habe gerade ihre Mails gehackt. Er könnte ihnen, den Nachbarn helfen, das Finanzamt besser zu betrügen, schreibt er sarkastisch, und seine Beziehungen in die Unterwelt könnten bei Nachbarschaftsstreits von Nutzen sein.

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