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Konzern investiert und baut: Bis zu 850 Baustellen pro Tag im Bahn-Netz

Bauarbeiten auf dem Gelände des Hauptbahnhofs in Halle/Saale.

Bauarbeiten auf dem Gelände des Hauptbahnhofs in Halle/Saale.

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dpa

Berlin -

Die Deutsche Bahn will auch im laufenden Jahr wieder Milliarden in den Erhalt ihres Schienennetzes investieren. Für die Kunden heißt das allerdings auch, dass sie sich auf vielen Strecken wegen Bauarbeiten vorübergehend auf längere Fahrzeiten und ein eingeschränktes Zugangebot gefasst machen müssen.

Wie das bundeseigene Unternehmen am Montag mitteilte, wird es 2016 rund 5,5 Milliarden Euro in die Erneuerung und Instandhaltung von Schienen, Weichen, Schwellen sowie Brücken stecken.  In Spitzenzeiten werde es im gesamten Netz 850 Baustellen pro Tag geben, kündigte DB-Netz-Vorstand Roland Bosch in Berlin an. Allein 3.200 Kilometer Schienen und 2.000 Weichen sollen die Bauleute austauschen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mehr als fünf Milliarden Euro in die Modernisierung der Fahrwege investiert. Das Netz befindet sich vielerorts in einem schlechten Zustand. Etliche Züge kommen deshalb zu spät an ihrem Ziel an, was die Kunden unzufrieden macht und über Alternativen zur Bahn nachdenken lässt. Das deutsche Schienennetz umfasst 61.400 Kilometer Gleise und ist damit das größte Europas.

„Größtes Modernisierungsprogramm der Bahngeschichte“

Die Ausgaben des laufenden und des vergangenen Jahres sind Teil eines umfassenden Plans, mit dem der Konzern den gewaltigen Investitionsstau im Netz auflösen will. Vor zwei Jahren hatte er sich mit dem Bund auf eine so genannte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung geeinigt. Zwischen 2015 und 2019 sollen demnach insgesamt 28 Milliarden Euro in den Erhalt der Bahn-Infrastruktur fließen. Bosch sprach am Montag vom „größten Modernisierungsprogramm der Bahngeschichte“.

Der Konzern versprach am Montag, die Auswirkungen der anstehenden Arbeiten auf die Reisenden so gering wie möglich zu halten. Das Unternehmen werde auf Streckenabschnitten mehrere Baustellen zusammenfassen und so die benötigte Bauzeit verringern, sagte der für Vertrieb und Fahrplan zuständige Manager der DB Netz AG, Thomas Schaffer. Leistungsfähige Großmaschinen sollen rund um die Uhr arbeiten. Die Kunden würden umfassend über die Beeinträchtigungen und den Baufortschritt informiert.

Die größten Baustellen

Zu den größten Baustellen des Jahres gehört die Einbindung der neuen Schnellfahrstrecke Erfurt-Nürnberg an die Altstrecke Saalfeld-Nürnberg. Das macht eine 34-wöchige Totalsperrung im Raum Bamberg notwendig. ICE-Züge der Linie 28 (Norddeutschland-Berlin-Halle/Leipzig-München) werden von Mitte Januar bis Anfang September ohne Fahrtzeitverlust über Würzburg, Fulda und Erfurt umgeleitet.

Aufwändige Arbeiten gibt es auch auf der Strecke zwischen Hamburg, Hannover und Göttingen, wo von Anfang Mai bis September Weichen und Gleise erneuert werden. Es steht dann nur ein Gleis zur Verfügung, teilweise kommt es zu Totalsperrungen. Der Fernverkehr wird umgeleitet, die Fahrten dauern 30 bis 40 Minuten länger.

Eine weitere Baustelle betrifft den Korridor Berlin-Elsterwerda-Dresden: Dort wird es ab Anfang August bis Dezember eine Totalsperrung zwischen Wünsdorf-Waldstadt und Hohenleipisch geben. Pro Tag werden 22 Fernzüge umgeleitet, es ist mit Fahrzeitverlängerungen von bis zu 20 Minuten zu rechnen.

Strecke Köln - Hagen betroffen

In Nordrhein-Westfalen wird die Strecke Köln-Hagen wegen Gleisbauarbeiten zwischen Solingen und Opladen ab Anfang Juli für zwei Monate nur eingleisig befahrbar sein beziehungsweise komplett gesperrt. Der Fernverkehr wird in beiden Richtungen über Düsseldorf geleitet. Sperrungen gibt es zwischen Anfang August und Anfang November auch auf der Strecke Münster-Bremen.

Zwischen Frankfurt am Main und Mannheim wird in der Zeit von Mitte Juli bis Ende August gebaut, dann steht nur ein Gleis zur Verfügung. Der Fernverkehr soll teilweise über Worms und die Main-Neckar-Bahn umgeleitet werden.-