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Massiver Personalaufbau beim Online-Händler: Zalando schafft 1500 Stellen in Berlin

Absatz mit Absätzen: Am deutschen Schuhmarkt hat Zalando bereits einen Umsatzanteil von mehr als fünf Prozent.

Absatz mit Absätzen: Am deutschen Schuhmarkt hat Zalando bereits einen Umsatzanteil von mehr als fünf Prozent.

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Getty Images/Connel Design

Berlin -

Der Online-Modehändler Zalando will allein in Berlin im laufenden Jahr 1 500 neue Jobs schaffen. Zalando-Vorstand Rubin Ritter sagte am Donnerstag der Berliner Zeitung: „Wir wollen von derzeit 3500 auf rund 5000 Mitarbeiter in Berlin kommen.“ Damit würde das 2008 gegründete Online-Unternehmen zu den größten privaten Arbeitgebern in Berlin gehören. Auch an anderen Standorten will das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin neues Personal einstellen. Ende 2015 soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 7600 Personen auf rund 10.000 Personen anwachsen.

Über zweihundert Stellenausschreibungen für Positionen in Berlin hat Zalando bereits auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht. Gesucht werden Mitarbeiter in allen Bereichen: von Modedesignern und Einkäufern in Bereichen von Unterwäsche und Kinderschuhen bis hin zu Entwicklern für iOS- und Android-Apps, die Website sowie Datenbanken.

Entwickler sind knapp in Berlin

Vor allem die Aufstockung des Technikpersonals ist für Zalando eine Herausforderung. Es ist unklar, ob die Firma genug hoch qualifizierte Entwickler in Berlin finden kann. Durch den Start-up-Boom sind diese inzwischen stark umworben. Zalando will daher auch verstärkt auf Übernahmen setzen, um sich im Technologie-Bereich zu verstärken. Diese Strategie wird in der Szene „Acqui-hirings“ genannt, eine Wortschöpfung aus den Begriffen „Acquisition“, also „Übernahme“ und „Hiring“, also „Einstellen“.

Im Silicon Valley ist diese kostspielige Variante der Stellenbesetzung an der Tagesordnung. Dort übernehmen Konzerne wie Apple, Google oder Facebook ständig kleine Firmen mit einem einzigen Ziel: an die Entwicklergenies in der Firma zu gelangen, um vakante Stellen aufzufüllen.

Ein ebensolches Motiv soll auch hinter der Übernahme des Hamburger Werbe-Technik-Start-ups Metrigo stehen, die Zalando am Donnerstag bekanntgab. Die Kenntnisse des 16-köpfigen Teams sollen für den Online-Modehändler entscheidend gewesen sein, die Firma zu übernehmen. Dem Vernehmen nach für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag.

Der Grund für den massiven Personalaufbau des Online-Modehändlers, der im vergangenen Jahr mit 47,1 Millionen Euro erstmals ein kleinen Gewinn eingefahren hat: Zalando achtet zwar penibel darauf, nicht in die Verlustzone zu rutschen, setzt aber weiter auf Expansion. So erwartet das Berliner Unternehmen, dass es im laufenden Jahr den Umsatz um 20 bis 25 Prozent auf mindestens 2,65 Milliarden Euro steigern kann. Im Vorjahr war Zalando um 26 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro gewachsen.

Der deutschsprachige Raum ist dabei für Zalando weiterhin entscheidend. In Deutschland, Österreich und der Schweiz machte Zalando mehr als die Hälfte des Gruppen-Umsatzes, in den zwölf anderen europäischen Märkten dagegen nur 0,9 Milliarden Euro. Mit 37 Prozent war dort das Umsatzwachstum allerdings rund doppelt so hoch wie im deutschsprachigen Raum.

Mit neuen regionalen Logistikzentren in Italien, Spanien, Großbritannien oder in Nordeuropa überlegt Zalando, künftig auch die Infrastruktur näher an den nicht-deutschen Märkten aufzubauen. Bislang bedient Zalando den gesamten europäischen Markt mit Logistikzentren in Erfurt, Mönchengladbach und Brieselang in Brandenburg.

Zehn Milliarden Umsatz als Ziel

Auf einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro will Zalando in den nächsten Jahren kommen. Den Anteil am europäischen Modemarkt soll sich in diesem Zeitraum von 0,5 Prozent auf zwei bis drei Prozent erhöhen, erklärte Zalando-Vorstand Ritter. Am deutschen Schuhmarkt hat Zalando bereits einen Umsatzanteil von über fünf Prozent.

Immer wichtiger werden dabei für die Berliner Firma Smartphones und Tablets. Der Anteil der Verbraucher, die über Smartphones oder Tablets bestellen, stieg 2014 von 27 Prozent auf 42 Prozent. Im vierten Quartal habe der Wert bei 48 Prozent gelegen, zur Weihnachtszeit in einigen Märkten sogar bei 60 Prozent. Die Börse regierte positiv auf die Bilanz des Börsenneulings.

Die Zalando-Aktien notierten am Donnerstag zeitweise um rund fünf Prozent im Plus. Der Online-Modehändler war im Herbst an die Börse gegangen. Nachdem der Kurs zunächst abgestürzt war, notiert er nun wieder leicht über dem Ausgabepreis.


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