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MeinFernbus: Fernbusse fahren vom Alex nach Dresden, Hamburg und Leipzig

MeinFernbus, Berlin Linien-Bus, Deinbus.de, Eurolines und Flixbus fürchten Konkurrenz von großen Firmen wie dem ADAC. Die Grafik zeigt eine Auswahl der wichtigsten Linienbusstrecken in Deutschland.

MeinFernbus, Berlin Linien-Bus, Deinbus.de, Eurolines und Flixbus fürchten Konkurrenz von großen Firmen wie dem ADAC. Die Grafik zeigt eine Auswahl der wichtigsten Linienbusstrecken in Deutschland.

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Berliner Zeitung/Rita Böttcher

Die Teilnehmer der Jungfernfahrt hatten es noch gut. Der firmengrüne Sekt auf den Stehtischen war zwar nicht für sie. Aber wenigstens konnten sie sich unter dem aufblasbaren Unterstand an der neuen Haltestelle des Berliner Unternehmens Mein-Fernbus vor dem Regen in Sicherheit bringen. Am Mittwoch hat der Marktführer unter den deutschen Anbietern von Fernbusreisen den Stopp am Alexanderplatz eingerichtet. 26 Busse werden von hier nun täglich nach Dresden, Hamburg und Leipzig fahren. Die Expansion zeigt, dass der Boom bei den Fernbussen noch nicht zu Ende ist. Derzeit fahren etwa zwölf Anbieter nach Berlin oder starten von hier.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Iges hat sich seit der Liberalisierung des Reisemarktes im Januar 2013 die Zahl der Linien bis zum vergangenen April von 62 auf 169 fast verdreifacht. Wichtigster Ziel- und Abfahrtsort bundesweit sei Berlin, sagt Christoph Gipp, Mobilitäts-Experte bei Iges. Der Markt wachse weiter, aber nicht mehr so stark. Der Preiskampf unter den Anbietern sei sehr hart. Nach seinen Marktanalysen machen die Unternehmen zwischen fünf und sieben Cent Umsatz pro gefahrenem Kilometer. Da bleiben keine große Gewinnmargen übrig. Gipp erwartet daher bis zum Ende des Jahres sowohl leicht steigende Preise als auch eine gewisse Marktbereinigung. „Es wird Linien geben, auf denen langfristig Verkehr nicht mehr möglich ist.“

Die Probleme hat Mein-Fernbus nach eigenen Angaben nicht. „2014 werden wir positiv abschließen“, sagt Firmensprecher Gregor Hintz. Das zeichne sich schon jetzt ab. 2013, das erste komplette Geschäftsjahr des Unternehmens, sei noch nicht abgerechnet. In diesem Sommer werde man den fünfmillionsten Fahrgast begrüßen. Bei der Zahl von derzeit 247 Bussen werde es auch nicht bleiben.

Die Haltestelle am Alexanderplatz ist dem Unternehmen wichtig wegen der Nähe zum Regional- und Fernverkehr der Bahn. Mein-Fernbus ist der erste Anbieter an dem Standort. Über die Haltestellevergabe entscheidet das Landesamt für Bürger – und Ordnungsangelegenheiten. Ob Konkurrenten nachziehen und neben den anderen wichtigen Berliner Haltestellen am Zentralen Omnibusbahnhof an der Messe, am Ostbahnhof, Südkreuz und an den beiden Flughäfen zum Alexanderplatz wollen, ist noch unklar.

Sicher ist: Gibt es keinen Platz mehr, werden keine Konzessionen mehr erteilt. Es wird also keinen zweiten ZOB am Alex geben, auch wenn das Landesamt offen lässt, wie viele Genehmigungen es erteilen will. Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Die Genehmigung gab es für Mein-Fernbus innerhalb von drei Monaten, sagt Hintz. Verglichen mit anderen Städten sei das „relativ spontan“. Als nächstes will man den Bau eines Wartehäuschens an der Alexanderstraße beantragen. Damit die Gäste nicht nur bei der Jungfernfahrt im Trockenen stehen können.