Buchstäblich auf den letzten Drücker haben die Euro-Finanzminister das Hilfspaket für Griechenland auf den Weg gebracht. Die 130 Milliarden schweren Maßnahmen verhindern den Zusammenbruch des griechischen Staates. 100 Milliarden fließen in direkte Ausgaben und den aktuellen Schuldendienst. Mit 30 Milliarden Euro garantiert die Gemeinschaft für neue Anleihen, die private Gläubiger im Rahmen des Schuldenschnitts eingetauscht bekommen.
An den Finanzmärkten dürfte die Entscheidung erleichtert aufgenommen werden. Die dazu gehörige Rally haben die Anleger allerdings schon am Montag gestartet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) war auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen. Die 7000-Punkte-Marke scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein. Vorerst aber gilt das Rettungspaket als in die Kurse eingearbeitet. Händler erwarten den Dax am Dienstagmorgen unverändert.
Auch der Euro profitierte vom Optimismus der Anleger bezüglich der griechischen Schuldenkrise. Die Gemeinschaftswährung stieg deutlich über 1,32 auf den höchsten Stand seit drei Monaten.
Die Wall Street blieb gestern geschlossen. In den USA feierten die Menschen "President’s Day". Die fehlenden Vorgaben aus Übersee sorgen für einen zurückhaltenden Handel an den asiatischen Märkten. Der Tokioter Nikkei-Index und Südkoreas Börsenbarometer Kospi liegen leicht im Minus, während die Märkte in Hongkong und auf dem chinesischen Festland ein wenig zulegen können.
Fresenius-Bilanz erwartet
Neben den Turbulenzen um die erneute griechische Rettung sorgen ganz handfeste Zahlen für das Fundament des Frankfurter Börsenhandels. So konnte die Aareal Bank im abgelaufenen Jahr den Gewinn verdoppeln. Im Laufe des Vormittags wird noch die Fresenius-Familie Zahlen vorlegen. Der Gesundheitssektor gehört zu den wenig konjunkturanfälligen Branchen.
Der Blickpunkt der Anleger lag aber gerade in den vergangenen Tagen auf der Konjunktur. Vor allem sorgte für Begeisterung, dass die chinesische Notenbank die Geldpolitik weiter gelockert hat. Wachstum wird also nicht gedeckelt. Das klingt vor allem für deutsche Exporteure verlockend. Aktien von Unternehmen wie Thyssen oder MAN gehörten zum Wochenauftakt zu den Favoriten.
Aktien des Flughafenbetreibers Fraport zeigten sich bislang unberührt von den Streiks am Frankfurter Airport. Ob dies so bleibt, nachdem die Gewerkschaft der Flugsicherung den Ausstand bis Freitag ausgeweitet hat, bleibt abzuwarten.
Aus den USA kommen heute die Bilanzen der Supermarktkette Wal Mart, der Baumarktkette Home Depot, vom Computerhersteller Dell und dem Lebensmittelkonzern Kraft. Von Konjunkturseite erwarten Händler lediglich Daten zum Verbrauchervertrauen im Euroraum.

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