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Nokia Siemens Networks: 1000 Stellen in Kassel bedroht

Mehrere Standorte von Nokia Siemens Networks sind gefährdet.
Mehrere Standorte von Nokia Siemens Networks sind gefährdet.
Foto: dapd

Ein weiterer Standort von Nokia Siemens Networks in Deutschland steht auf der Kippe. 1000 Jobs in Kassel sind bedroht.

Bei dem Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Network (NSN) steht Kreisen zufolge ein weiterer Standort vor dem Aus. Der Tochter NSN Services in Kassel mit 1000 Mitarbeitern drohe das Ende, wenn der Hauptkunde Deutsche Telekom wie erwartet seinen Vertrag über das Jahresende hinaus nicht verlängere, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag. Die Mitarbeiter sollten am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung informiert werden. NSN wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Deutsche Telekom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. NSN Services wartet unter anderem die oberirdischen Leitungen der Telekom, von der NSN die Servicefirma vor fünf Jahren gekauft hat. Ver.di-Vertreter Mike Doeding erklärte, es sei für Mittwoch eine Mitarbeiterversammlung angesetzt, auf der es um die Zukunft von NSN Services gehen werde. „Wenn sie die Einheit zumachen, wäre das eine Schandtat“, sagte Doeding. NSN machte zuletzt einen Jahresumsatz von weniger als 100 Millionen Euro und zählt auch den Telekom-Konkurrenten Vodafone zu seinen Kunden.

Für die NSN-Belegschaft wäre die Schließung eine weitere Hiobsbotschaft in einer langen Reihe von schlechten Nachrichten. In einer dritten Sanierungsrunde streicht NSN-Chef Rajeev Suri derzeit weltweit gut 20.000 der weltweit 74.000 Stellen, davon 3000 in Deutschland. Außerdem werden Standorte geschlossen, um sich auf Breitband-Mobilfunktechnik konzentrieren zu können. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen angekündigt, sein Werk Bruchsal mit 650 Mitarbeitern aufzulassen. Die Belegschaft will am Mittwoch im Umfeld einer Wirtschaftsausschusssitzung in München gegen den Schritt protestieren. Mit den Einschnitten will sich der krisengeschüttelte Telefonnetzausrüster nach einer langen Verlustperiode dauerhaft in den schwarze Zahlen halten. (rtr)

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