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Ökostrom-Zulage steigt 2014 auf Rekordwert: Stromkunden müssen ab 2014 mehr zahlen

Ökostrom-Förderung: Die EEG-Umlage steigt auf 6,24 Cent je Kilowattstunde.

Ökostrom-Förderung: Die EEG-Umlage steigt auf 6,24 Cent je Kilowattstunde.

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dpa

Berlin -

Das teilten die dafür zuständigen vier großen deutschen Netzbetreiber am Dienstag mit. Da auch der Strompreis an sich angehoben werden dürfte, erwarten Experten insgesamt einen Anstieg der Kosten von jetzt durchschnittlich 27,7 Cent je Kilowattstunde auf dann 29,7 Cent. Das ist ein Wachstum um insgesamt rund sieben Prozent. Nach Berechnungen des Internet-Vergleichsportals Verivox muss damit ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden fast 80 Euro mehr im Jahr für Strom ausgeben.

Mit der Ökostrom-Umlage – nach dem zu Grunde liegenden Erneuerbare Energien-Gesetz auch als EEG-Umlage bezeichnet – werden die Einspeiser von Solar-, Wind- und andere Bioenergien bezuschusst. Sie erhalten zur Finanzierung der Anlagen eine auf Jahre garantierte Vergütung, die höher liegt als der normale Strompreis. Die vier großen Netzbetreiber Transnet BW, Amprion, Tennet und 50Hertz errechnen die Umlage anhand der Menge des eingespeisten Ökostroms, der Zahl der Stromkunden, die sie tragen müssen, sowie der Börsenpreisentwicklung.

Die Gesamtsumme der Ökostromumlage liegt den Angaben zufolge bei 23,6 Milliarden Euro. 2013 war die EEG-Umlage um fast zwei Cent auf 5,277 Cent gestiegen. Für 2014 waren zunächst bis zu sieben Cent erwartet worden.

Der Anstieg der Umlage ist allerdings nur zum kleinen Teil auf das Wachstum beim Ökostrom zurückzuführen: Verantwortlich sind zusätzliche Entlastungen für die Industrie, die übrigen Verbraucher mitschultern müssen, sowie vor allem der gefallene Börsenpreis. Denn die Umlage wird als Differenz zwischen den meist auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom und dem Börsenpreis berechnet.

Fällt dieser, steigt die Umlage. Zudem ist inzwischen über die Hälfte des Industriestroms von der Umlage weitgehend befreit, so dass Mittelständler und Privathaushalte umso höhere Beiträge zahlen müssen. Mit den Befreiungen will die Regierung große Stromverbraucher im internationalen Wettbewerb stützen.

Die weitere Steigerung der Ökostromumlage dürfte die Rufe nach einer raschen Änderung des EEG-Gesetzes lauter werden lassen. Zwischen den möglichen Koalitionspartnern Union, SPD und Grünen besteht weitgehend Einigkeit, dass sich eine neue Bundesregierung dieses Themas annehmen muss. Über die Ausgestaltung gibt es jedoch zum Teil große Differenzen.

Denkbar ist etwa, die Ausnahmen für die Industrie zu reduzieren. Möglich wäre auch eine Senkung der Stromsteuer. (mit Reuters)