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Paypal: Klage gegen Online-Bezahldienst Paypal

Jeder zweite Online-Shopper nutzt den Bezahldienst Paypal im Internet.

Jeder zweite Online-Shopper nutzt den Bezahldienst Paypal im Internet.

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dpa

Ein Klick, noch ein Klick, und schon ist die Ware unterwegs. Immer mehr Menschen genießen die Vorzüge, die das Einkaufen im Internet hat. Und immer mehr Menschen nutzen dazu einen speziellen Bezahldienst: Paypal wickelt Zahlungen im Internet zügig ab – allerdings nicht immer zur Zufriedenheit der Nutzer. Nun verklagen nach Informationen dieser Zeitung die Verbraucherzentralen die Firma.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) beanstandet insbesondere intransparente Klauseln sowie Schadenersatz- und Haftungsregelungen, bei denen es auf ein Verschulden des Verbrauchers nicht ankommen soll. Von Kunden sei den Verbraucherzentralen zugetragen worden, dass es erhebliche Probleme mit Paypal gebe und Nutzerkonten scheinbar grundlos eingefroren worden seien.

Ohne Paypal geht gar nichts mehr

In Deutschland gibt es nach Angaben von Paypal vom vergangenen Herbst etwa 20 Millionen registrierte Kundenkonten. Ungefähr jeder zweite Online-Shopper nutzt den Dienst und ist damit auf transparente, verlässliche Nutzungsbedingungen angewiesen.
Immer mehr Händler bieten die Bezahlung per Paypal an. Das Verfahren ist schneller und bietet Käufern und Verkäufern mehr Sicherheit als eine klassische Banküberweisung. Beim Auktionshaus und Paypal-Eigentümer Ebay lässt sich ohne Paypal gar nicht mehr einkaufen. Alteingesessene Händler wie Media Markt und Saturn nutzen den Dienst zur Zahlungs-Abwicklung.

Die Kunden aber scheinen zu Paypal ein eher zwiespältiges Verhältnis zu haben: Einerseits führt immer häufiger kein Weg mehr an seiner Nutzung vorbei. Andererseits: Wirklich beliebt ist es nicht. Seit der Gründung im Dezember 1998 in Kalifornien, gibt es immer wieder Berichte von verzweifelten Kunden, die nicht mehr an das E-Geld auf ihren Paypal-Konten herankamen, weil der Zugriff gesperrt worden war. Zwar schreibt Paypal in seinen Nutzungsbedingungen ausdrücklich, dass sich das Unternehmen vorbehält, Konten und Zahlungen einzufrieren, etwa wegen Sicherheitsbedenken. Die Verbraucherzentralen gehen nun jedoch gegen Klauseln vor, die aus ihrer Sicht unklar sind: So sei für die Nutzer von Paypal nicht immer nachvollziehbar, wann und wie lange Transaktionen geprüft würden.

„Grundsätzlich werden Konten nur bei Vorliegen wichtiger Gründe vorübergehend eingeschränkt“, erklärt Paypal auf Anfrage. Dies könne unterschiedliche Ursachen haben. Es gehe zum Beispiel darum, Geldwäsche, unberechtigte Zugriffe auf Nutzerkonten und Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen zu verhindern. Zudem könnten Konten auch eingeschränkt werden, wenn sie seit längerem im Minus sind oder eine auffallend hohe Anzahl von Käufern eines Händlers einen Antrag auf Käuferschutz gemeldet haben. „Meist ist es dem betroffenen Kunden möglich, das Konto innerhalb weniger Tage wieder uneingeschränkt zu benutzen“, so Paypal.

Mitte Mai hat das Unternehmen die deutschen Nutzungsbedingungen aktualisiert. Damit sind einige Formulierungen, gegen die die Verbraucherzentralen Klage erhoben haben, verändert worden oder aus den Nutzungsbedingungen verschwunden.