Das Fahren mit der Deutschen Bahn wird ab Sonntag wieder deutlich teurer. Die Normalpreise im Fern- und im Nahverkehr steigen mit dem Fahrplanwechsel im Schnitt um 3,9 Prozent. Auch Wochen, Monats- und Jahreskarten kosten künftig mehr, genauso die Bahncard und viele Pauschaltickets für den Nahverkehr wie das Schöne-Wochenend-Ticket. Die Sparpreise im Fernverkehr bleiben hingegen gleich. Wer seine Tickets für die kommenden drei Monate noch bis Samstag bucht, bekommt diese allerdings zum alten Preis.
Im Fern- und Nahverkehr steigt der Normalpreis im Schnitt um 3,9 Prozent. Ihn zahlen alle Kunden, die sich nicht für ein Sparangebot im Fernverkehr oder ein Pauschal-Ticket für den Nahverkehr entscheiden. Die Preiserhöhung gilt für Einzelfahrten sowie für Monats-, Wochen- und Jahreskarten.
Ihre Sparpreis-Angebote im Fernverkehr dünnt die Bahn zwar etwas aus, viel ändert sich dabei aber nicht. Für Reisen in der zweiten Klasse bis 250 Kilometer im ICE, Inter- oder Eurocity kostet ein Sparticket weiterhin 19 Euro. Den Sparpreis für Fahrten über 250 Kilometer gibt es weiterhin ab 29 Euro in der zweiten Klasse und 49 Euro in der ersten Klasse. Einen zusätzlichen Rabatt von 25 Prozent erhalten weiterhin die Inhaber einer Bahncard-25. Ihre Angebote Sparpreis 25 und Sparpreis 50 schafft die Bahn hingegen zum Jahresende ab - hier sei die Nachfrage zu gering gewesen.
Bei einigen der Sondertickets für den Nahverkehr will die Bahn die Preise ändern. Das Schönes-Wochenende-Ticket wird um einen Euro teurer. Auch verteuern sich einige Ländertickets, mit denen bis zu fünf Fahrgäste zusammen reisen können. Beim Baden-Württemberg-Ticket und beim Ticket für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verändert die Bahn die Preisstruktur: Sie verlangt künftig einen Grundpreis für den ersten Fahrgast, die weiteren Mitfahrer müssen jeweils einen geringeren Aufpreis zahlen.
Auch für ihre Bahncard müssen die meisten Kunden künftig mehr zahlen. Die Bahncard-25 verteuert sich für die zweite Klasse um zwei Euro auf 59 Euro und für die erste Klasse um fünf Euro auf 119 Euro. Bei ermäßigten, Zusatz- und Partnerkarten bleiben die Preise gleich. Die Bahncard-50 verteuert sich für die zweite Klasse um zehn Euro auf 240 Euro und für die erste Klasse um 22 Euro auf 482 Euro. Die ermäßigte und die Partnerversion legen für die zweite Klasse von 118 Euro auf 122 Euro zu und für die erste Klasse von 236 Euro auf 244 Euro. Auch die Bahncard-100 verteuert sich: Für die zweite Klasse kostet sie künftig 3990 Euro und für die erste Klasse 6690 Euro. Den Preis für ihre Jugend-Bahncard will das Unternehmen konstant bei zehn Euro belassen.
Ab Sonntag verlangt die Bahn pauschal vier Euro für eine Sitzplatz-Reservierung. Bisher hatte sie unterschiedliche Preise verlangt, je nachdem ob der Kunde am Schalter, am Telefon, im Internet oder am Automaten seinen Sitzplatz buchte. Die Schalterpreise verringern sich damit, denn bislang mussten Kunden dort 4,50 für die zweite und 5,50 für die erste Klasse zahlen. Wer sich übers Internet oder am Automat seinen Platz sichert, muss nun hingegen tiefer in die Tasche greifen - kostete dort doch die Reservierung bislang noch 2,50 Euro für die zweite und 3,50 Euro für die erste Klasse.
Deutlich mehr Geld müssen Kunden teilweise auch für Sitzplatz-Reservierungen zahlen, die künftig einen einheitlichen Preis von vier Euro haben. Bei Buchung im Internet kostete die Reservierung bisher nur 2,50 Euro in der zweiten Klasse, im Reisezentrum oder per Telefon war sie mit 4,50 Euro etwas teurer.
Der Vorstand der Bahn für den Personenverkehr, Ulrich Homburg, begründete die Preiserhöhung mit deutlich gestiegenen Personal- und Energiekosten. Er verwies zudem darauf, dass die Bahn ihre Preise im Fernverkehr im vergangenen Jahr nicht angehoben habe. Der Anstieg sei somit „moderat“ ausgefallen.
Kritik an den höheren Preisen übte das Bündnis Bahn für Alle. Seit 2003 summierten sich die Bahn-Preissteigerungen auf über 30 Prozent, während die allgemeinen Preise in dieser Zeit um gerade einmal gut 15 Prozent zugelegt hätten. Während die Bahnfahrer zahlen müssten, setze der Konzern auf Rekordgewinne in Milliardenhöhe: Bahn-Chef Rüdiger Grube „spricht von Börsenfähigkeit und lässt die Fahrgäste dafür blechen“, kritisierte die Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood, Monika Lege. (afp)

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