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Renten-Bericht: OECD hält Rente mit 67 für zu früh

Wie dieser 90-jährige sind viele Rentner länger fit.

Wie dieser 90-jährige sind viele Rentner länger fit.

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dpa

Berlin -

Mit 67 Jahren in Rente zu gehen ist noch zu früh: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung drängt die Regierungen der Industrieländer, das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahrzehnten weiter anzuheben. In ihrem Rentenbericht schreibt die OECD, dies sei angesichts der steigenden Lebenserwartung notwendig, um die nationalen Rentensysteme angemessen und finanzierbar zu halten. Zugleich plädierte sie für obligatorische private Zusatzversicherungen.

"Es mag sich zwar vielleicht nicht so anfühlen, die heutigen Rentner leben jedoch in einer Phase, die sich einmal als goldenes Zeitalter für Rentner und Rentner erweisen könnte", heißt es in dem Rentenbericht. Deutlich weniger ältere Leute lebten heute in Armut als in der Vergangenheit. Die Arbeitskräfte von heute und morgen würden hingegen länger arbeiten müssen und geringere staatliche Renten beziehen.

Rente an Lebenserwartung koppeln

Längere Lebensarbeitszeiten verbesserten die finanzielle Tragfähigkeit der Rentensysteme und führten zu einer gerechteren Verteilung der Kosten zwischen den Generationen, erklärte die OECD. "Auch wenn diese Reformen manchmal unpopulär sind und weh tun, können sie in einer Zeit knapper öffentlicher Finanzen und begrenzter Spielräume bei der Fiskal- und Geldpolitik auch dazu dienen, das dringend benötigte Wachstum in alternden Volkswirtschaften voranzutreiben", erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

"Der Trend zu höheren Renteneintrittsaltern - auch über 67 Jahre hinaus - sollte gefördert werden", erklärte die Organisation. In den entwickelten Volkswirtschaften werde in den nächsten 50 Jahren die Lebenserwartung bei der Geburt voraussichtlich um 1,7 Monate pro Jahr ansteigen, also alle sieben Jahre um ein zusätzliches Jahr. Die Regierungen sollten daher erwägen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, so wie dies in Dänemark und Italien bereits der Fall sei.

Die Rentenreformen der letzten zehn Jahr hätten in vielen Ländern zu einer Kürzung der staatlichen Rentenzusagen um bis zu einem Viertel geführt, erklärte die OECD. Wer heute zu arbeiten beginne und sein gesamtes Leben lang arbeite, werde am Ende eine staatliche Nettorente erhalten, die nur etwa die Hälfte des vorherigen Nettoverdienstes ausmache.

In rund der Hälfte der OECD-Länder werde diese Rentenlücke dadurch aufgefangen, dass es eine Pflicht zur privaten Vorsorge gebe. In anderen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland sei die private Altersvorsorge dagegen bislang freiwillig und erfasse selten mehr als die Hälfte der Erwerbsbevölkerung. "Die private Altersversorgung obligatorisch zu machen, wäre die ideale Lösung, um die Rentenlücke zu schließen und sicherzustellen, dass die Leistungen ausreichen", heißt es in dem Bericht.


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