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Schulden: Myriaden Fantastillionen

Billiarden Sterne? Auf jeden Fall viele.

Billiarden Sterne? Auf jeden Fall viele.

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AFP/NASA/Jet Propulsion Laboratory

Viele Menschen träumen davon, Millionär zu werden. Doch im Wirtschaftsleben ist eine Million ein Klacks. In die Rettung der Banken sind hunderte von Milliarden geflossen. Und Staatsschulden erreichen inzwischen Billionen-Höhe. Neue Maßstäbe setzt nun Japan: Dort hat die Staatsschuld die Marke von einer Billiarde gerissen. Ende Juni betrug sie 1.086.000.000.000.000. Allerdings nur in Yen. In Euro entspricht dies etwas über acht Billionen oder 8000 Milliarden.

Billiarde (japanisch: senchoo) – an diese Einheit wird man sich gewöhnen müssen. Die Abkürzung merken sich insbesondere Westdeutsche leicht: Brd. Müssten die Japaner ihre Staatsschulden Yen für Yen zählen und bräuchte man eine Sekunde pro Zählvorgang, so wären sie im Jahr 33722 damit fertig – und müssten wohl weiter machen. Denn die Schulden steigen.

Billiarden sind bislang eher Biologen geläufig. Ein Virus wiegt zehn zehn Billiardstel Gramm, und es heißt, auf der Welt krabbelten rund zehn Billiarden Ameisen herum. Auch Astronomen arbeiten in derartigen Dimensionen: So misst die Milchstraße 946 Billiarden Kilometer, das sind grob gerechnet 94.000 Lichtjahre.

Geht es mit Wirtschaftswachstum, Inflation und Kapitalismus immer so weiter, dann werden vielleicht Seen, Flüsse und Wälder ruiniert und alle Rohstoffe verbraucht. Die Zahlen jedoch gehen der Menschheit nicht aus: Nach der Billiarde kommt die Trillion, nach der Trillion die Trilliarde, dann die Quadrillion.

An diesem Punkt ist man in den USA bereits. Denn dort wird anders gezählt: Was in Deutschland eine Milliarde ist, heißt dort „billion“, eine deutsche Billion ist in Amerika eine „trillion“ und die japanische Staatsschuld ist für Amerikaner nun auf eine „quadrillion“ gestiegen. Diese Unterschiede in den Zahlennamen haben schon so manchen Übersetzer in die Falle gelockt.

Deutschland folgt bei den Zahlennamen dem System der „langen Leiter“. Es baut auf der Million auf. Eine Billion – eine Kombination aus „Million“ und „Bi-“ als Vorsilbe für „zwei“ wie in „bisexuell“ – ist demnach 1 Million2 (also 1 Mio. x 1 Mio.). Eine Trillion ist 1 Mio.3 und eine Quadrillion ist 1 Mio.4 . Die Potenz gibt an, wie oft die Million mit sich selbst multipliziert wird.

Quattuordezillion und Undevingtilliarde

Das in den USA gebräuchliche System der „kurzen Leiter“ jedoch hat als Basis die Tausender. Eine Billion entspricht dort 1000 x 10002 , was im Deutschen eine Milliarde (1 Mio.1,5 ) wäre. Und eine Quadrillion ist 1000 x 10004 . Die Endung „-arde“ existiert in Amerika nicht.

Steigen Staatsschulden und Wirtschaftsleistung immer weiter, so ist auch jenseits der Quadrillion noch Platz. Eine 1 mit 84 Nullen dahinter heißt Quattuordezillion und wenn es 117 Nullen sind, ist es eine Undevingtilliarde.

Für unvorstellbar große Zahlen hatten die alten Griechen ein Wort: Myriaden. Tatsächlich bezeichnet es bloß den Wert 10.000. Doch das schien den Griechen damals noch unendlich viel. Dagobert Duck könnte darüber nur lächeln. Sein Vermögen soll sich auf knapp 400 „zillions“ belaufen haben, was in der deutschen Fassung schlicht mit „Fantastilliarden“ übersetzt wurde.



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