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13.12.2012

Steueraffäre: Deutsche Bank soll Daten gelöscht haben

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank.
Foto: dapd
Frankfurt –  

Die Deutsche Bank soll den Ermittlern in der Steueraffäre Unterlagen vorenthalten und E-Mails gelöscht haben, die für die Aufklärung des Falls wichtig gewesen seien, heißt es in Medienberichten. Das Geldinstitut dementiert eine Daten-Manipulation. Chef Fitschen fühlt sich ungerecht behandelt.

Nach der Steuerrazzia bei der Deutschen Bank geht deren Co-Chef Jürgen Fitschen in die Offensive. In Interviews mit „Handelsblatt“ und „Bild“-Zeitung wies der Manager die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurück. Zugleich gestand Fitschen Fehler der Bank ein. Er wolle daher den angekündigten Kulturwandel bei der Deutschen Bank forcieren.

„Meines Erachtens war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen“, sagte Fitschen dem „Handelsblatt“. Zu den Vorwürfen der schweren Umsatzsteuerhinterziehung gegen sich selbst sagte Fitschen der „Bild“-Zeitung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich als unbegründet erweisen werden.“

Für einen Rücktritt sehe er keinen Grund, betonte der Manager, der Deutschlands größtes Geldhaus seit Juni 2012 gemeinsam mit dem Investmentbanker Anshu Jain führt: „Jetzt werden wir die Ärmel noch weiter hochkrempeln, um unseren Wandel zügig voranzutreiben.“

Unterlagen vorenthalten

In der Steueraffäre bei der Deutschen Bank gehen die Ermittler davon aus, dass ihnen Unterlagen vorenthalten wurden. Diese wären für die Aufklärung des Falles nötig gewesen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagsausgabe). So seien E-Mails zu den mutmaßlich kriminellen Geschäften vermutlich gelöscht worden. Das sei einer der zentralen Vorwürfe in den Haftbefehlen gegen fünf Beschäftigte der Bank, berichtet die Zeitung.

Die Bank wehrt sich gegen die Anschuldigungen und erklärt, niemand habe manipuliert. In den riesigen Datenmengen sei es zu unbeabsichtigten Lücken gekommen. Der Vorwurf sei absurd.

Das sah das Amtsgericht Frankfurt am Donnerstag offenbar anders und schickte vier Beschäftigte in Untersuchungshaft, ein Fünfter wurde aus gesundheitlichen Gründen geschont. Zu den in Gewahrsam genommenen gehört den Angaben zufolge ein führender Mitarbeiter aus dem Rechtsbereich, der für das Geldinstitut und dessen Vorstand große Justizverfahren betreut.

Bürodurchsuchungen

Am Mittwoch hatten hunderte Beamte die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und mehrere Büros durchsucht. Die Vorwürfe der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen 25 Mitarbeiter lauten auf Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit dem millionenschweren Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate).

Auch gegen Co-Vorstandschef Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause wird ermittelt, weil sie die fragliche - und später korrigierte - Umsatzsteuererklärung der Bank für das Jahr 2009 unterschrieben hatten. Dazu sagte Fitschen der Zeitung: „Ich fühle mich ungerecht behandelt.“ Er bedauere es sehr, dass die Bank mit ihren hausinternen Ermittlungen „noch nicht weiter“ gekommen sei. (dpa/dapd)

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