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Stiftung Warentest: Gütesiegel nur gegen Gebühr

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Werbungen wie diese werden künftig teuer.
Werbungen wie diese werden künftig teuer.
Foto: obs

Die Stiftung Warentest kassiert für Werbung mit ihrem Logo und will Missbrauch eindämmen.

Die Stiftung Warentest erhebt künftig Gebühren von Unternehmen, die mit den Testergebnissen werben wollen. 7000 Euro pro Jahr wird die Verwendung des Warentest-Logos künftig unabhängig von der darauf abgebildeten Benotung kosten. Für Fernseh- und Kinowerbung mit dem Gütesiegel sind sogar 15 000 Euro fällig. Bisher war die Verwendung der Warentestergebnisse zu Marketingzwecken für die Hersteller kostenlos.

Die hierfür notwendigen Lizenzverträge mit den Unternehmen sollen vom gemeinnützigen Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, das unter anderem auch den Blauen Engel vergibt, abgeschlossen werden. „Dies garantiert auch künftig unsere vollständige Unabhängigkeit von den Herstellern der getesteten Produkte“, sagte Stiftungssprecherin Heike van Laak der Berliner Zeitung am Dienstag.

Mit der neuen Gebühr verfolgt Warentest zwei Ziele: Zum einen möchte man der missbräuchlichen Verwendung von Testergebnissen Einhalt gebieten. Bisher hat die Stiftung mit Sitz in Berlin keine Möglichkeiten, die werbliche Verwendung ihrer Testergebnisse zu kontrollieren.

Teils veraltete Benotungen

Die meisten Firmen gehen zwar korrekt mit dem Gütesiegel um. Manche Unternehmen aber bedienen sich veralteter Benotungen, um damit zu werben. Andere übertragen die Beurteilung eines Produkts auf eine ganze Warenpalette. Beispiel: Ein Hersteller, der für sein Kräutershampoo ein Sehr gut erhielt, bewirbt damit auch andere Haarpflegemittel der gleichen Produktserie. Durch die Lizenzverträge wird dem ein Riegel vorgeschoben, unlautere oder irreführende Praktiken fallen schneller auf und können wirksamer geahndet werden.

Zumindest ebenso wichtig ist die Funktion der neuen Gebühr als zusätzliche Einnahmequelle. Das 2010 um 50 Millionen Euro aufgestockte Stiftungsvermögen wirft bei Weitem nicht die geplante Rendite von fünf Prozent ab. Die Zinsen sind niedrig wie nie, was der Stiftung 2012 ein Minus beschert haben dürfte. Frisches Geld ist mithin willkommen.

Eben hierin erblicken Kritiker aber eine Gefahr: Mit den Gebühren könnte sich Warentest indirekt veranlasst sehen, in großer Zahl gute Noten zu vergeben, um möglichst viele gebührenbewährte Verträge abschließen zu können. Die Stiftung dürfe sich nicht von Zahlungen aus der Wirtschaft abhängig machen. Auch intern war über die Gebühr deshalb monatelang erbittert gestritten worden. Sprecherin Heike van Laak sieht aber keine Gefahr für die Unabhängigkeit der Stiftung: „Wir werden weiterhin veröffentlichen, wie oft wir die Noten Sehr Gut und Gut vergeben. Ich prophezeie: Es wird keinen Anstieg geben.“

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