22.02.2012

Streik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa verliert durch Streik Millionen

Die Lufthansa beklagt Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe.
Die Lufthansa beklagt Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe.
Foto: dpa
Frankfurt –  

Auch heute fallen wegen des Streiks der Vorfeld-Beschäftigten auf dem Flughafen Frankfurt hunderte Flüge aus. Die Lufthansa erwägt wegen der Umsatzverluste in Millionenhöhe eine Klage gegen die Gewerkschaft.

Der Streik am Frankfurter Flughafen sorgt bei der Lufthansa für erhebliche Umsatzausfälle. „Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt“, sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der „Financial Times Deutschland“. Seit Streikbeginn am vergangenen Donnerstag bis einschließlich Dienstag seien bei der Lufthansa knapp 700 Flüge ausgefallen, 55.000 Passagiere hätten nicht befördert werden können.

„Wir sind Hauptbetroffener des Streiks“, sagte Lauer. Für die Fluggesellschaft ist der Frankfurter Flughafen das mit Abstand wichtigste Drehkreuz. Dem Flughafenbetreiber Fraport stärkte Lauer den Rücken: „Wir sind der Auffassung, dass Fraport der Erpressung durch die GdF nicht nachgeben sollte.“ Die Forderungen seien nicht hinnehmbar.

Sollte der Arbeitskampf andauern, erwägt die Lufthansa laut Lauer auch juristische Maßnahmen gegen die Gewerkschaft. „Das schließen wir nicht aus.“ Erwogen würden dann auch Schadenersatzansprüche wegen Unverhältnismäßigkeit.

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Jeder achte Flug annulliert

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik bis Freitagnacht verlängert. Knapp 200 Vorfeldmitarbeiter legten auch am Mittwoch die Arbeit nieder. Am nunmehr fünften Tag des Ausstands wurden von 1.260 Flügen bis zum Vormittag bislang 165 annulliert, wie der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Mike Schweitzer, am Morgen sagte. Es könnten aber im Laufe des Tages noch einige hinzukommen. Am Dienstag waren rund 190 Flüge angesagt worden. Fraport setzt Aushilfskräfte ein, die die Abwicklung des Verkehrs immer besser in den Griff bekommen und so die Ausfälle in engen Grenzen halten.

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Die Situation zwischen den Tarifparteien gilt verfahren. Gespräche gab es seit Beginn des Ausstands in der letzten Woche keine. Die GdF wirft Fraport vor, mit dem Einsatz von Ersatzpersonal die Sicherheit der Fluggäste zu gefährden. Sie kritisiert, viele Ersatzkräfte hätten nur eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, während dafür normalerweise sechs bis sieben Monate erforderlich seien. Das sei jenseits der Legalität. Fraport weist die Vorwürfe zurück.

Umstritten ist die Höhe der GdF-Forderungen im Schlichterspruch, den Fraport abgelehnt hatte. Der Flughafenbetreiber spricht von überzogenen Lohnerhöhungen bis zu 70 Prozent, dabei rechnet er aber auch Forderungen nach höheren Zulagen und geringerer Arbeitszeit mit ein. Die Gewerkschaft widersprach dem und erklärte, es gehe um Lohnsteigerungen von maximal 28 Prozent über komplette vier Jahre. (dpa/dapd)

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