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Studie zum Flugverkehr: Deutschland leistet sich zu viele Flughäfen

Der Frankfurter Flughafen ist das wichtigste Drehkreuz in Deutschland.

Der Frankfurter Flughafen ist das wichtigste Drehkreuz in Deutschland.

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dpa

Der Flugverkehr in Deutschland verschlingt riesige Mengen an Subventionen, er ist ineffizient organisiert, es sind Überkapazitäten bei den Airports  entstanden. Die Fliegerei belastet überdies Umwelt übermäßig, es droht ein sich verschärfendes Lohndumping und Möglichkeiten zur Lärmminderung werden nicht ausgeschöpft. Acht Nichtregierungsorganisationen (NGO) bescheinigen der Politik beim Thema Luftfahrt Totalversagen. Wir erläutern, wie  eine radikale Neuorientierung aussehen kann.

Warum kommt das Papier gerade jetzt?

Über Luftverkehrskonzepte für Deutschland wird seit Jahren diskutiert. Bislang ist nur Stückwerk entstanden. Landesregierungen haben sich oft genug in der Vergangenheit gegen ein koordiniertes Vorgehen quergelegt, weil sie sich mit subventionierten Flughäfen bei den Wählern Punkte sammeln wollten. Im nächsten Frühjahr will die Bundesregierung nun doch einen nationalen Plan vorlegen, der vor allem auf Wachstum der Branche setzen soll. Wie die Fliegerei nachhaltig und umweltfreundlich funktionieren kann, zeigen und acht Organisationen in einem gemeinsamen Konzept. Hinter der Studie stehen der Bund für Umwelt und Naturschutz, Brot für die Welt, die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, der Deutsche Naturschutzring, das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, die Klima-Allianz Deutschland, Robin Wood und der Verkehrsclub Deutschland.

Wie steht es um die Flughäfen?

In Deutschland gibt es ein enorm dichtes Netz. 97 Prozent der deutschen Bevölkerung können einen Airport nach maximal anderthalb Stunde  Autofahrt erreichen. Die Folge ist, dass von den 16 internationalen Flughäfen nur sechs schwarze Zahlen schreiben.  Die übrigen zehn und die 19 regionalen Standorte mit Start- und Landebahnen erwirtschaften dauerhaft Verluste. Da sie sich weitgehend im Besitz von Kommunen und Ländern befinden, sind sie dauerhaft auf Subventionen des Steuerzahlers angewiesen. Es geht um Summen von bis zu 18 Millionen Euro pro Jahr – etwa für Frankfurt-Hahn oder für Dortmund. Ein maßgeblicher Grund für die Miesen ist, dass an kleinen Flughäfen die Auslastung zwischen 2010 und 2014 heftig zurückgegangen ist. Viele Flughäfen könnten die kritische Größe, um profitabel zu arbeiten, nicht erreichen, heißt es in der Studie. So hatte der Pleiteflughafen Zweibrücken wegen der Nähe zum Saarbrücker Airport keine Chance, der Linienflugbetrieb wurde im November 2014 eingestellt.

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