Der Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhof für das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ wird abgerissen. Am Montagnachmittag begannen unter dem Protest von Projektgegnern Bagger damit, auch den zweiten Seitenflügel des Gebäudes abzutragen. Aus dem abgesperrten Bereich vor dem Südflügel waren zuvor 35 Demonstranten weggetragen oder weggeführt worden, wie die Polizei weiter mitteilte. Insgesamt hatten sich demnach am Montagmorgen rund 125 Gegner des milliardenschweren Bahnprojekts in dem von der Polizei gesperrten Bereich aufgehalten. Die meisten Demonstranten verließen nach mehrfacher Aufforderung das Gelände freiwillig.
Kurz vor Beginn der Arbeiten am Südflügel hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg den Eilantrag eines Erben des Bahnhofs-Architekten Paul Bonatz gegen den Abriss abgelehnt. Das knapp 280 Meter lange Gebäude soll nun geschossweise von oben nach unten abgetragen werden. Der Südflügel war in den vergangenen zwei Wochen entkernt worden. In acht Wochen soll der Gebäudeteil abgerissen sein. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte kurz zuvor einen Eilantrag eines Erben des Bahnhofs-Architekten Paul Bonatz gegen den Abriss abgelehnt.
Im Zuge des Arbeiten für „Stuttgart 21“ sollen demnächst auch die die besonders umstrittenen Baumfällungen im Schlossgarten der Stadt beginnen. Das Eisenbahnbundesamt hatte der Deutschen Bahn am vergangenen Donnerstag nach wochenlangen Prüfungen Erlaubnis für die Baumfällungen gegeben. Bereits am Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart Eilanträge von Projektgegnern abgelehnt. Im Zuge der Baumaßnahmen sollen im Stuttgarter Schlossgarten 108 Bäume gefällt und 68 Bäume versetzt werden.
In einer Volksabstimmung in Baden-Württemberg hatte sich eine Mehrheit der Bürger Ende November für den Bau von „Stuttgart 21“ ausgesprochen. Die grün-rote Landesregierung sicherte daraufhin die Umsetzung des Projekts zu. Ungeachtet davon gibt es weiter Proteste gegen das Bahnhofsprojekt. (dapd/afp)

Der Insolvenzverwalter ist bestellt, jetzt beginnt die harte Zeit der Neuordnung von Schlecker. Wir erklären, wie es mit der Kette weitergeht.
