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Telekom: Schattenmann im Rampenlicht

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Timotheus Höttges wird neuer Chef der Telekom.
Timotheus Höttges wird neuer Chef der Telekom.
Foto: dpa

Timotheus Höttges war bislang der Schattenmann in der zweiten Reihe bei der Telekom. Jetzt ist er Chef.

Der kahlrasierte Schädel. Dazu die schlanke, besser schlaksige Figur. Wer mit 50 Jahren so aussieht, muss diszipliniert sein, viel joggen, über gehörigen Ehrgeiz verfügen, sich selbst einiges abverlangen. Timotheus Höttges joggt viel und verlangt sich einiges ab. Jetzt steht er vor der mutmaßlich größten Aufgabe seines Lebens: In einem Jahr übernimmt er offiziell den Chefposten der Deutschen Telekom. Doch nachdem René Obermann seinen Ausstieg in zwölf Monaten angekündigt hat, ist Höttges schon jetzt derjenige, der die wichtigen Fragen beantworten muss. Der studierte Betriebswirt ist ab sofort der De-Facto-Chef.

Bislang war Höttges der Mann in der zweiten Reihe, der Schattenmann. Bei öffentlichen Auftritten immer schräg hinter Obermann, aber nah dran. Sein Aufstieg war eng mit dem Aufstieg des etwas Jüngeren verbunden, mit dem er eng befreundet ist. Höttges’ erste Station war die des Finanzchefs in der Mobilfunksparte vom Jahr 2000 an. Als Obermann 2006 zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg, übernahm Höttges die Festnetzsparte – den Kern des Konzerns.

Job des Diplomaten

Damals herrschte dort noch eine ausgeprägte Beamtenmentalität. Der Service war lausig. Höttges ging es an. Er machte, was damals für Telekom-Vorstände ungewöhnlich war. Er reiste durch das große Reich des Konzerns, sprach mit Beschäftigten in T-Shops und in Call-Centern. „Knietief“ sei er ins operative Geschäft eingestiegen, sagte er seinerzeit. Höttges zog ein heftiges Sparprogramm durch, verlangte den Mitarbeitern einiges ab. Er ist ein Manager, der sich immer in der Angriffsposition befindet. Schnell kann er bissig und aggressiv werden, wenn es in Debatten kontrovers wird.

Als Obermann 2009 einen neuen Finanzvorstand für den Konzern brauchte, war sofort klar, dass Höttges den Job macht. Das ist sein eigentliches Metier. Gut drei Jahre lang war er der Mann, der auf den Bilanzpressekonferenzen die Kennziffern in verschärfter Geschwindigkeit herunter ratterte.

Seine neue Aufgabe ist ungleich schwerer. Nur mit dem Herunterbeten von Zahlenkolonnen werden Investoren nicht zufrieden sein. Ins operative Geschäft darf er sich gar nicht mehr hineinknien. Denn als Chef eines Konzerns, in dem Politik und Gewerkschaft großen Einfluss haben, muss Höttges jetzt den Job des Diplomaten lernen.

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