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04.01.2013

Vorschrift gegen Geldwäsche: Nur mehr Barzahlung im Vatikan

Souvenirs aus dem Vatikan, wie diese Bilder mit dem Konterfei des Papstes, kann man momentan nur bar bezahlen.
Souvenirs aus dem Vatikan, wie diese Bilder mit dem Konterfei des Papstes, kann man momentan nur bar bezahlen.
Foto: dpa

Touristen können Souvenirs und Postkarten im Vatikan nur noch bar zahlen. Der Grund: weil der Vatikan nicht alle Vorschriften gegen Geldwäsche erfüllt, bekommt die bisher für den bargeldlosen Zahlungsverkehr zuständige Banca d'Italia nach Informationen aus Notenbankkreisen keine Lizenz.

Touristen können im Vatikan ihre Briefmarken und Andenken nicht mehr mit EC- oder Kreditkarte zahlen. Bisher hatte die Italien-Tochter der Deutschen Bank für die Abwicklung der bargeldlosen Zahlungen gesorgt. Doch nun hat die italienische Zentralbank ihr nach Informationen aus Notenbankkreisen die Lizenz dafür verweigert. Grund: Der Vatikan erfülle nicht die Vorschriften gegen Geldwäsche.

„Die Banca d'Italia konnte die Erlaubnis nicht erteilen, weil der Vatikan - abgesehen davon, dass er die Anti-Geldwäsche-Regeln nicht anerkennt - gar nicht die rechtlichen Grundlagen geschaffen hat“, sagte ein Insider. „Das heißt, es fehlt ihm an Bankenregulierung und ordentlicher Aufsicht.“

Vatikan will vom schlechten Ruf wegkommen

Der Vatikan bemüht sich seit längerem, von seinem Ruf wegzukommen, dass er es mit der finanziellen Transparenz nicht so genau nimmt. Vor 30 Jahren hatte der Vatikan Schlagzeilen gemacht, als der als „Bankier Gottes“ bekannte Roberto Calvi erhängt unter einer Brücke in London aufgefunden wurde. 2012 hatte Moneyval, ein Ausschuss des Europarats, schwere Mängel bei der Bank des Vatikans, dem „Institut für die religiösen Werke“ festgestellt und sie zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Geldwäsche und zu größere Transparenz aufgefordert.

In einer Stellungnahme des Vatikan hieß es nur, der Vertrag mit einer Bank über elektronische Zahlungsverkehrsdienste sei ausgelaufen. Es gebe Gespräche mit anderen Dienstleistern. Die Unterbrechung der elektronischen Zahlungswege werde „von kurzer Dauer sein“. Auf der Internet-Seite der vatikanischen Museen hieß es, elektronische Zahlungen seien seit 1. Januar nicht mehr möglich, „aus Gründen, die das Direktorium der Museen nicht in der Hand hat“. Die Deutsche Bank und die Notenbank wollten sich zu der Sache nicht äußern.

Der Verkauf von Briefmarken, Andenken und Devotionalien sowie die Eintrittsgelder für die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle gehören neben Spenden und Geldanlagen zu den wichtigsten Finanzquellen für den Heiligen Stuhl, den Sitz des Oberhaupts der katholischen Kirche. 2011 zahlten fünf Millionen Besucher der Museen 91,3 Millionen Euro. (rtr)

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