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Windenergie: "Katastrophe für Offshore"

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dpa

Herr Winkel, EU-Kommissar Günther Oettinger hält Eon, einen der größten Stromkonzerne der Welt, für zu klein und hat eine Fusion mit der deutschen Nummer zwei, RWE angeregt. Was halten Sie davon?

In der Vergangenheit hat man uns eher für zu groß gehalten. Ich rate dazu, diese Frage dem Markt zu überlassen.

Eon schrumpft gerade. Sie bauen insgesamt 11.000 Stellen ab, 6000 davon in Deutschland. Warum?

Wir müssen unsere Kosten senken, um Spielraum für Zukunftsinvestitionen zu gewinnen. Und wir müssen insgesamt effizienter werden, vor allem in der Verwaltung. Die Energiewirtschaft ist in einer Transformationsphase. Auf der einen Seite sehen wir neue Wachstumschancen, besonders bei den erneuerbaren Energien und im Ausland. Auf der anderen Seite schrumpft das konventionelle Geschäft in Deutschland. Deshalb müssen wir umsteuern.

Wie steht es denn in Ihrer Sparte, den erneuerbaren Energien?

Die erneuerbaren Energien sind bei Eon ein wesentlicher Wachstumsbereich. Dort schaffen wir Arbeitsplätze und wachsen weiter.

Wird Eon jetzt grün statt grau?

Ja, aber nicht erst seit Kurzem! Wir haben immer auf einen breiten Energiemix gesetzt, und seit 2007 – so lange gibt es Eon Climate & Renewables ja schon – wird dieser Mix noch klimafreundlicher. Die Erneuerbaren sind Teil des Kerngeschäfts, und sie gewinnen weiter an Bedeutung. Wir betreiben das Geschäft nicht mehr als Boutique, sondern sind im großindustriellen Bereich angelangt. Das sehen Sie schon an den riesigen Summen, die wir ausgeben: Eon Climate & Renewables hat in den vergangenen fünf Jahren sieben Milliarden Euro investiert, und wir wollen in den kommenden fünf Jahren nochmals sieben Milliarden investieren. Das ist kein Klein-Klein. Dadurch gelingt es uns auch, die Kosten für Erneuerbare deutlich zu senken.

Nennen Sie bitte Beispiele!

In den nächsten Jahren werden wir überall billiger, das können wir auch deshalb, weil wir ein großer Konzern sind und so zum Beispiel Mengenvorteile in der Materialbeschaffung nutzen können. Mittelständler würden das nicht schaffen. So wollen wir die Kosten für unsere Windparks auf See zum Beispiel zwischen 2010 und 2015 um 40 Prozent senken.

Offshore-Windkraft soll auch in Deutschland eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen. Was tut sich dort?

Wir sind Vorreiter. Für unseren Offshore-Windpark Amrumbank West in der Nordsee wollen wir die Kosten ebenfalls nach unten treiben. Dieses Jahr ist Baubeginn. Der Park wird etwa eine Milliarde Euro kosten. Das ist viel Geld, aber schon eine deutliche Kostenreduktion. Zum Beispiel ist die Logistik aufgrund neuer Schiffe viel besser. Sie können mehr Windparkteile transportieren und sie schneller und auch bei schlechterem Wetter aufbauen. Zweitens kaufen wir für mehrere Windparks die Turbinen gleichzeitig ein, das verschafft uns sozusagen Mengenrabatt. Und auch bei der Windrad-Technik tut sich viel: Sie wird immer leistungsstärker und effizienter.

Ist ja prima. Dann kann die Bundesregierung die zuletzt enorm erhöhten Subventionen, die für neue Offshore-Anlagen gezahlt werden, drastisch senken. Und auch die fünf Milliarden Euro zusätzliche Förderkredite streichen.

Bloß nicht. Dann gäbe es einen sofortigen Stillstand beim Ausbau. Denn die Renditen wachsen wirklich nicht in den Himmel. Wir erwarten bei Amrumbank eine angemessene Verzinsung, die 2,5 Prozentpunkte über den Kapitalkosten liegt. Mehr nicht. Fragen Sie mal, ob eine andere Branche damit auskommen würde! Aber, ganz unrecht haben Sie auch nicht: Unser Interesse ist, dass die Subventionen gesenkt werden, sobald das möglich ist.

Nobel, nobel. Sie nehmen nicht alles, was Sie kriegen?

Nein, weil das nicht nachhaltig ist. Wenn der Politik dann irgendwann der Kragen platzt, kommt es zum abrupten Zusammenstreichen der Förderung – so wie derzeit in Spanien. Wir gucken uns nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sehr genau an, ob die Subventionen für Erneuerbare politisch nachhaltig sind. Wenn wir daran zweifeln, lassen wir die Finger davon.

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