blz_logo12,9

Berührungen: Streicheln ist gut für Pflanzen

Oberster Bereich eines noch schirmtraubigen Blütenstandes mit vierzähligen Blüten.

Oberster Bereich eines noch schirmtraubigen Blütenstandes mit vierzähligen Blüten.

Foto:

Alberto Salguero/wikipedia/cc-by-sa

Ob es sinnvoll ist, mit Pflanzen zu reden, sei dahingestellt. Aber ihre Blätter zu streicheln, kann Gene aktivieren, die messbare Schutzreaktionen in Gang setzen, wie schweizerische Biologen jetzt berichten.

Bereits sanftes Befühlen zwischen Daumen und Zeigefinger löst bei der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) einen Abwehrmechanismus aus, der ihre Widerstandskraft gegen eine Pilzinfektion erhöht, schreiben die Forscher im Fachblatt BMC Plant Biology. Ähnliche Reaktionen kannte man bisher nur als Folge einer Verletzung von pflanzlichem Gewebe, beispielsweise durch Fraßinsekten oder andere Tiere.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die bemerkenswerten Fähigkeiten von Pflanzen, äußere mechanische Reize wahrzunehmen und daraufhin eine starke Abwehrreaktion zu aktivieren“, schreibt das Team um Jean-Pierre Métraux von der Université de Fribourg.

In früheren Arbeiten hatten die Forscher untersucht, wie die Blätter der Ackerschmalwand reagieren, wenn sie durch Nadelstiche oder mit einer Pinzette verletzt werden. Schon nach wenigen Minuten produzierten die Zellen verstärkt reaktive Sauerstoffverbindungen, die eindringende Krankheitserreger abwehren können. Ähnlich reagierten die Pflanzen auch auf die sanften Berührungen.



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?