Neuer Inhalt
Berliner Zeitung | Erforschung von Wölfen: In Deutschland leben 31 Wolfsrudel
10. February 2016
http://www.berliner-zeitung.de/23541842
©

Erforschung von Wölfen: In Deutschland leben 31 Wolfsrudel

Ein Wolf läuft in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide unweit der brandenburgischen Ortschaft Groß Schönebeck.

Ein Wolf läuft in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide unweit der brandenburgischen Ortschaft Groß Schönebeck.

Foto:

dpa

Angesiedelt ist es beim Senckenberg-Museum im sächsischen Görlitz. Deutschlandweit gibt es zurzeit 31 Wolfsrudel mit fünf bis zehn Tieren. Hinzu kommen acht Paare und sechs Einzeltiere. Das teilt das Lupus-Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung mit. Die Wölfe kommen in den östlichen Bundesländern und zunehmend auch in Niedersachsen vor. Die Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Zwar gibt es einige Abschüsse durch Wilderer. Die mit Abstand größte Gefahr für die Wölfe in Deutschland aber ist der Straßenverkehr.

Erst am Mittwochmorgen sind auf dem südlichen Berliner Autobahnring A10 zwei Wölfe angefahren und getötet worden. „Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei den getöteten Tieren um zwei weibliche Wolfswelpen, die mit ihrem Rudel versucht hatten, die Autobahn zu überqueren“, teilte der Wolfsbeauftragte des Landesjagdverbands, Robert Franck, am Mittwoch mit. Letzte Gewissheit soll die Untersuchung im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) bringen.

Wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mitteilte, stellt ihr Ministerium drei Jahre lang 425 000 Euro für das neue Zentrum des Bundes bereit. Hendricks sagte, die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland sei Grund zur Freude für Umweltschützer, aber auch „eine große Herausforderung, weil das Nebeneinander von Mensch und Wolf vielerorts erst wieder neu erlernt werden muss.“ Sie verwies auf Konflikte mit Nutztierhaltern, Schäfern, Jägern und auch besorgten Anwohnern in Wolfsregionen.

In den Jahren 2000 bis 2014 habe es etwa 125 „Übergriffe“ von Wölfen auf Nutztiere gegeben, teilte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, mit. Wölfe wiederum, die angeblich Menschen zu nahe gekommen seien, hätten sich in der Regel als wildernde Hunde entpuppt. Jessel sagte: „Nicht der Wolf ist das Problem, sondern unser Umgang mit ihm.“ (dpa, epd)