21.02.2012

Forscher entwickeln Burger aus der Retorte: Frikadelle aus dem Stammzelllabor

Kommt der Burger demnächst aus dem Labor? (Symbolbild)
Kommt der Burger demnächst aus dem Labor? (Symbolbild)
Foto: Christoph Boeckheler

Mit Stammzellen von Rindermuskeln "züchtet" ein Niederländer Fleisch im Labor. Seine Variante ist einer von vielen Ansätzen, mit denen Wissenschaftler die steigende Nachfrage nach Fleisch auf "tierfreundliche" Weise lösen wollen.

Das Fleisch ist noch zu hell, von Geschmack bisher keine Spur. Das Vorhaben, Burger im Labor zu züchten, steht noch am Anfang. Aber es soll rasch vorangehen. Der Niederländer Mark Post möchte im Herbst das erste mittels Stammzellen produzierte Fleisch präsentieren.

Das Gewebe, das der Physiologe aus den Stammzellen von Rindermuskeln züchtet, soll einmal so schmecken und aussehen wie echtes Fleisch.

Bis es die neue Variante auch bei den Imbissketten zu bestellen gibt, werden aber noch Jahre vergehen, sagte der Forscher von der Universität Maastricht auf der Jahrestagung des amerikanischen Forscherverbandes AAAS in Vancouver.

Nur ein kleiner Streifen

Bislang hat er erst winzige Streifen des neuen Fleisches im Labor produziert – 3 Zentimeter lang, 1,5 Zentimeter breit und einen halben Millimeter dick. Es seien mehrere Tausend davon nötig, um eine Frikadelle herzustellen.

So ist der Prototyp zwar lange noch nicht fertig, aber der Preis steht schon fest: Rund 250.000 Euro werde die Entwicklung kosten. Die Finanzierung übernimmt ein privater Spender, der anonym bleiben will.

Auf dem Symposium in Vancouver wurden mehrere Alternativen für Schlachtfleisch angekündigt. Sie alle haben das Ziel, die Umwelt von den Kosten der herkömmlichen Tierzucht zu entlasten.

Nachfrage nach Fleisch wird verdoppeln

„Die Tierzucht ist bei weitem die größte anhaltende Umweltkatastrophe“, warnte der Biochemiker Patrick Brown von der kalifornischen Stanford University. Die derzeitige Gewinnung von Fleischprodukten verbrauche mehr landwirtschaftliche Fläche, Wasser und Getreide als irgendein anderes Nahrungsmittel für Menschen. Brown selbst entwickelt zurzeit Burger, Steaks und Speck aus Getreideprodukten.

Wie Mark Post berichtete, wird sich in den kommenden vierzig Jahren die Nachfrage nach Fleisch weltweit verdoppeln. Zurzeit würden 70 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche für die Fleischproduktion genutzt. Allein diese Fakten machten deutlich, wie wichtig die Suche nach Alternativen ist. (dpa, AFP)

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