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Halbschattenfinsternis: Grauer Mond über Berlin

Die vierteilige Bildkombo zeigt die Mondfinsternis am 15.06.2011 in Ostbrandenburg. Viele Wolken am Nachthimmel verhinderten damals eine gute Sicht auf das Himmelsspektakel.

Die vierteilige Bildkombo zeigt die Mondfinsternis am 15.06.2011 in Ostbrandenburg. Viele Wolken am Nachthimmel verhinderten damals eine gute Sicht auf das Himmelsspektakel.

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Patrick Pleul/dpa

In der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober wird sich ein Schleier vor den Vollmond schieben. Doch in vielen Teilen Deutschlands versperren Wolken die Sicht auf die sogenannte Halbschattenfinsternis. Am ehesten noch gebe es im Ostern eine Chance auf freien Blick zum Mond, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Im Süden und Westen werde es nur Wolkenlücken geben - wo genau, sei kaum vorhersehbar.

Bei einer Halbschattenfinsternis wird der Mond nicht vom Kernschatten der Erde verdunkelt, sondern nur vom Halbschatten getroffen, der den Kernschatten umgibt. Dieses Phänomen wird auch „grauer Mond“ genannt. Für Laien werde das Schauspiel, das gegen Mitternacht beginnt, nur schwer zu erkennen sein, sagte Uwe Walther von der Volkssternwarte Kirchheim in Thüringen. „Es ist etwas für Kenner und naturverbundene Genießer.“

Der Höhepunkt der Halbschattenfinsternis werde um 1.50 Uhr am Samstagmorgen erreicht sein. Dann werde die Mondscheibe zu rund drei Vierteln von dem Grauschleier bedeckt sein. Danach zieht sich der schwache Schatten wieder zurück. Wie bei allen Mondfinsternissen stehen Vollmond, Erde und Sonne im Weltraum etwa in einer Linie.

Der Schatten der Erde trifft den Mond und verdunkelt ihn, im Fall der Halbschattenfinsternis aber fast unmerklich. Zum letzten Mal trat eine Halbschatten-Mondfinsternis am 28. November 2012 auf. Damals versperrten dichte Wolken die Sicht. Eine partielle Mondfinsternis, bei der ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde tritt, gab es am 25. April dieses Jahres. Die nächste totale Mondfinsternis über Mitteleuropa ist erst am 28. September 2015 zu sehen - wenn das Wetter mitspielt.

In den Berliner Planetarien ist kein besonderes Programm anlässlich des "Grauen Mondes" geplant: Im Zeiss Großplanetarium in Prenzlauer Berg gibt es einen Einblick in Einsteins Leben und Schaffen und im Planetarium am Insulaner in Schöneberg läuft das "Hörspielkino unterm Sternenhimmel" mit einem Beitrag über LSD. In der zugehörigen Wilhelm-Foerster-Sternwarte gibt es allerdings um 21.30 Uhr auch eine Führung: Je nach Lichtverhältnissen und Sichtbarkeit werden dort bei klarem Himmel Sonne, Mond, helle Planeten oder Fixsterne und Galaxien gezeigt. Es kann selbst ein Blick durch das Fernrohr geworfen werden. (BLZ/dpa)