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Ostsee im Wandel: Ostsee droht Verlust der Artenvielfalt

Noch volle Fischkörbe: Ostseefischer mit Dorsch. Schlecht geklärte Abwässer lassen das Wasser wärmen werden.

Noch volle Fischkörbe: Ostseefischer mit Dorsch. Schlecht geklärte Abwässer lassen das Wasser wärmen werden.

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dapd

In der Ostsee wird es im Laufe der nächsten Jahrzehnte  immer weniger Dorsche und Miesmuscheln geben. Überhaupt wird die Artenvielfalt stark zurückgehen. Das prognostizieren Forscher um Jonathan Havenhand von der Universität Göteborg in Schweden.

Der Grund für den Artenschwund: Infolge des Klimawandels wird das Wasser in der Ostsee bis Ende des 21. Jahrhunderts immer wärmer und immer weniger salzig werden. Das macht vielen Lebewesen das Überleben schwer. „Miesmuscheln zum Beispiel sind auf einen bestimmten Salzgehalt angewiesen“, erläutert Havenhand.

Zusammen mit seinen Kollegen hat er analysiert, welche Folgen die Klimaerwärmung auf die marine Umwelt in der Ostsee haben wird. Die Prognosen der Forscher basieren auf den aktuellsten und besten Modellen für die Vorhersage der Klimaentwicklungen bis zum Jahr 2098. Auf der Grundlage dieser Daten modellierte das Team die Konsequenzen für Pflanzen und Tiere in der Ostsee.

Abwasser muss besser gereinigt werden

Wie sie im Fachmagazin Environmental Research Letters berichten, wird im Jahr 2098 das Wasser in der Ostsee so warm und so salzarm seit wie seit dem Jahr 1850 nicht. Die Forscher warnen vor den gravierenden Folgen dieser Entwicklung.

Immerhin haben sie auch eine gute Nachricht: Die für die Umwelt  negative Entwicklung ließe sich mildern, etwa indem der Eintrag von Nährstoffen über Abwasser reduziert wird. Sie wollen nun die zuständigen Politiker über ihre Studie und die Interventionsmöglichkeiten informieren.