21.02.2012

Sensation mit Silene stenophylla: Forscher lassen Eiszeit-Blume wieder blühen

Die Silene stenophylla blüht wieder.
Die Silene stenophylla blüht wieder.
Foto: Soil Cryol. Lab. Moscow

In Russland ist es Wissenschaftlern gelungen, eine 30.000 Jahre alte Pflanze zum Blühen zu bringen. Nun sei der Weg frei für die Wiederbelebung von Tieren, sagte einer der Wissenschaftler.

Russische Wissenschaftler haben in einem bahnbrechenden Experiment eine Pflanze aus der Eiszeit wieder zum Blühen gebracht.

Das Material für das Gewächs fanden die Forscher in einer mehr als 30.000 Jahren alten Eichhörnchenhöhle im Permafrost Sibiriens. Nach Angaben der Wissenschaftler handelt es sich bei der zur Gattung der Leimkräuter zählenden Pflanze mit dem lateinischen Namen Silene stenophylla um die älteste Pflanze, die von Forschern wieder zum Blühen gebracht wurde.

Pflanze passt sich gut an

Die Pflanze produziere keimfähige Samen und weiße Blüten, sagten die Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse am Dienstag in der US-Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurden. Es sei wichtig, Permafrost-Studien auf der Suche nach einem vorzeitlichen Genpool fortzusetzen.

Jäger der Eiszeit

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Zwar hatten vor den Russen bereits kanadische Wissenschaftler Pflanzen aus Samen regeneriert, die aus Höhlen stammten. Dabei handelte es sich jedoch um wesentlich jüngere Pflanzen.

Die jetzt wiederbelebte Silene ähnelt laut der Wissenschaftlerin Swetlana Jaschina in hohem Maße ihrer modernen Version, die noch immer in der gleichen Gegend im Nordosten Sibiriens vorkommt. „Es ist eine sehr lebensfähige Pflanze und sie passt sich sehr gut an“, sagte Jaschina, die an der Russischen Akademie der Wissenschaften arbeitet und maßgeblich an der Studie beteiligt war.

Sibirien - natürliche Gefrierkammer

Die russischen Wissenschaftler entdeckten die Pflanzenfrucht in einer Höhle am Ufer des Flusses Kolyma im Nordosten von Sibirien. Die Flussablagerungen waren 30.000 bis 32.000 Jahre alt. Die Ablagerungen waren fast vollständig mit Eis gefüllt.

Weil Wasser nicht eindringen konnte, entstand eine natürliche Gefrierkammer, die von der Oberfläche komplett isoliert lag.
Die Höhlen, die von Eichhörnchen gegraben wurden, befanden sich nach Angaben der Wissenschaftler 38 Meter unter der heutigen Erdoberfläche in Schichten, die auch die Knochen großer Säugetiere wie Mammuts enthielten.

Die Studie habe gezeigt, dass pflanzliche Gewebe zehntausende Jahre im Eis überleben könnten, sagt Stanislaw Gubin, einer der Autoren. Dadurch sei der Weg frei für eine mögliche Wiederbelebung von Säugetieren aus der Eiszeit.

„Wenn wir Glück haben, können wir etwas gefrorenes Eichhörnchen-Gewebe finden“, sagte er. „Und dieser Pfad könnte uns den ganzen Weg zum Mammut führen.“ (dapd)

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