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Berliner Zeitung | Syrien: Zerstörung der Kulturgüter ist eine riesige Katastrophe
26. February 2016
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Syrien: Zerstörung der Kulturgüter ist eine riesige Katastrophe

Moschee Aleppo

 Im Jahr 2013 wurde die Moschee im Verlauf der Kämpfe in der Stadt schwer beschädigt. Im April des Jahres stürzte das Minarett, das auf dem oberen Bild noch zu sehen ist, ein.

Foto:

REUTERS

Weltweit forschen Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) an mehr als 350 Projekten – sie untersuchen, bewahren und dokumentieren bedeutende Stätten vergangener Zeit. Zu Forschern und Einrichtungen in Syrien pflegt das DAI seit Jahrzehnten einen engen Kontakt. Derzeit sind jedoch alle Projekte vor Ort eingestellt, sie sollen aber eines Tages weitergeführt werden. Das Institut mit Sitz in Berlin-Dahlem steht jedoch immer in Kontakt mit den syrischen Kollegen, wie Friederike Fless berichtet.  

Frau Professor Fless, die syrische Stadt Aleppo ist beinahe 4000 Jahre alt. Ohne die vielen Toten und Vertriebenen seit Ausbruch des Krieges zu vergessen, was ist nach den letzten Bombenangriffen noch von der Struktur der Stadt zu retten?
Die Zerstörungen in Syrien mit den vielen zivilen Opfern sind eine riesige Katastrophe. Wir bekommen ja alle Bilder der völlig zerstörten Stadt frei Haus geliefert. Da viele Bauten aus Beton bestehen, unterscheiden sich diese Bilder natürlich von den Bildern der zerstörten Städte am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Diese bestanden ja zumeist aus Ziegeln oder Fachwerk. Da waren die Strukturen der Straßenläufe bei den Ziegelhaufen fast nicht mehr erkennbar. In vielen syrischen Städten ist dies bei den Betonbauten anders. Die grundsätzliche Stadtstruktur ist an sich deutlich zu erkennen. Viele Betonbauten scheinen jedoch zusammengestürzt zu sein.
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Wie ist es mit anderen Stätten,  zum Beispiel Palmyra?
In der derzeitigen Lage ist es schwer, wirklich einen Überblick zu behalten. Die inszenierten Zerstörungen durch den IS gehen wohl derzeit nicht weiter. An ihre Stelle sind die Zerstörungen durch die Luftangriffe getreten. Die verschonen die archäologischen Stätten nicht.

Haben Sie Hoffnung auf eine Feuerpause?
Ab diesem Sonnabend  soll diese ja in Kraft treten. Und ich hoffe inständig für die Menschen in Syrien, dass diese Feuerpause hält. Betroffen sind ja vor allem die Zivilbevölkerung und die vielen Menschen, die auch in Syrien auf der Flucht sind.

Seit 1980 ist das DAI mit einer festen Außenstelle in Syrien aktiv. Haben Sie zurzeit Kontakt zu Ihren ehemaligen syrischen Mitarbeitern vor Ort?
Wir lassen den Kontakt zu unseren syrischen Kollegen im Land nie abbrechen. Aber es ist eine hoch komplexe Situation im Land. Und es gibt Aussagen, die Personen gefährden könnten, auch im IS-Gebiet. Wundern Sie sich deshalb bitte nicht, wenn ich zu diesem Thema  zurückhaltender bin.

Das verstehe ich. Wie gehen Sie üblicherweise mit solchen Fragen um?
Wir alle sollten einfach bei bestimmten Themen zurückhaltend sein. Man sollte keine Ortsnamen archäologischer Stätten nennen, wenn sie nicht wie Palmyra bereits in das Visier der Zerstörungswut des IS geraten sind. Aber es gibt auch andere Plätze, die archäologisch sehr bedeutend sind. Die sollten wir nicht noch als potenzielle Ziele auszeichnen.

Haben Sie Kenntnis von Zerstörungen der Stätten, in denen Sie mit dem DAI aktiv waren?
Ja wir haben definitiv Informationen darüber, dass Stätten, in denen wir tätig waren, zerstört wurden – durch Raubgrabungen und Plünderungen unter anderem durch den IS. Wir hatten zum Beispiel  einen digitalen Stadtplan des antiken Palmyra erstellt, wo der IS ja besonders gewütet hat. Aber die Lage in Syrien ist unendlich facettenreich, sowohl was die verschiedenen Einflusszonen, aber auch Konfliktbereiche angeht. Das Territorium, das der IS okkupiert hat, ist natürlich eine andere Zone als die, in der zwischen Assad-Gegnern und dem Assad-Regime gekämpft wird, oder in der jetzt unterschiedliche Mächte – ob es jetzt Russland oder Amerika oder die Türkei ist  – mit Luftangriffen in den Konflikt eingegriffen haben. Wenn wir über Syrien reden, reden wir über eine hoch komplexe Gemengelage. In der einseitigen Fixierung auf die Terrorherrschaft des IS geht dies manchmal ein bisschen unter.

Der IS ist in unserer Wahrnehmung sehr präsent.
Ja, das stimmt, und das hat ja ganz bestimmte Gründe. Wir waren deshalb auf die Zerstörungen und Gräuel durch den IS fokussiert, weil sie uns in HD erreichen, weil sie inszeniert sind, weil sie darüber hinaus mit uns vertrauten Bildern inszeniert sind. Wir Deutsche haben die Bilder und die Erinnerungen der inszenierten Zerstörung von Kultur in den 1930er- und den 1940er-Jahren im Kopf. Die „Reichskristallnacht“, die Bücherverbrennung – das sind ja hochgradig inszenierte und ideologisch aufgeladene Rituale der Zerstörung eines Teiles unserer eigenen Kultur gewesen. Der Rassenwahn der NS-Ideologie richtete sich gegen die jüdische Kultur Deutschlands und Europas. Synagogen wurden abgebrannt, sakrale Gegenstände entweiht und zerstört. Nicht unähnlich sind die Bilder der Zerstörungen im IS-Gebiet. Durch die Inszenierung und Allmachtsdemonstration, aber auch durch unsere eigene Geschichte gehen uns diese bewussten Zerstörungen besonders nahe, an die Substanz. Die Zerstörungen in Syrien haben aber schon vorher, bereits 2011 an jenen Orten angefangen, an denen zum Beispiel Regime und Regimegegner gegeneinander kämpften. Die Zerstörung der Altstadt von Aleppo durch Kampfhandlungen und der abgebrannte Basar sind die wohl bekanntesten Beispiele. Und diese Zerstörungen gehen immer weiter.
Das waren aber Kampfhandlungen und keine direkt auf die Objekte gerichtete Angriffe.
Für den Archäologen ist der Schaden der gleiche. Nur die Rahmenbedingungen und Intentionen sind andere. In einem Fall wird die Zerstörung einfach in Kauf genommen, oder sie wird bewusst durchgeführt, um den Menschen in Städten Schutz und Lebensgrundlage zu nehmen. Und im anderen Fall ist es hochgradig ideologisiert und läuft in festgelegten Ritualen ab. Wir können bei bestimmten archäologischen Stätten über taggenaue Satellitenbild-Auswertung nachweisen, dass der IS die Zerstörung erst angekündigt hat – dann aber zunächst fast nichts passierte. Teilweise mit einem Monat Verspätung fingen die Zerstörungen dann wirklich an und zwar erst, nachdem die internationale Öffentlichkeit aufgeschrien hatte, und nachdem klar war, dass die Propagandavideos Wirkung zeigen. Das heißt letztlich natürlich auch: Wir sind Teil der IS-Propaganda. Wir reagieren, schenken Aufmerksamkeit und werden letztlich auch mit diesem Interview Teil einer perfiden Propagandastrategie. Es geht vor Ort um die Allmachtsdemonstration, wie es ein Kollege in einem Zeitungsbeitrag einmal ausgedrückt hat. Das heißt, es geht darum, kulturelle Bezugspunkte zu zerstören.

Wie wurde in Syrien und im Irak eigentlich vor Beginn des Kriegs auf das archäologische Erbe im Land geschaut. Welche Rolle spielte es im Alltag der Menschen?
In Städten wie Aleppo gehörten die römischen Reste der Säulenstraßen einfach zum Basar dazu. Das war ja ein integraler Bestandteil der Altstadt. Und genauso die Zitadelle in Aleppo, – also die frühesten Anlagen der Stadt. Oder in Südsyrien gibt es die Basaltregion, dort wurden Ortschaften in hellenistischer und römischer Zeit in Basalt gebaut. Die Häuser haben sogar massive Basalttüren. Und die werden heute noch als Hoftore und Eingänge benutzt. Das heißt, man lebt teilweise in den Ruinen. Und man lebt heute noch in den römischen Häusern. Ich habe dort viele Ställe besichtigt, die an oder teilweise in antike Tempel hineingebaut waren. Die Antiken sind einfach bauliche Bestandteile der Ortschaften, Städte und Landschaften. Darüber hinaus hatte Syrien vor 2011 einen sich sehr positiv entwickelnden Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle darstellte. Aber auch archäologische Forschung ist eine Einnahmequelle gewesen. Ausgräber sind nicht selten saisonal die größten Arbeitgeber in manchen Regionen. Sie bilden Handwerker und Restauratoren aus. Es entstehen richtige lokale Werkstätten. Dadurch werden wir als Archäologen auch Bestandteil der lokalen Gemeinschaften. Wir bezahlen ja auch unsere Grabungswächter weiter, wenn immer es geht, auch zurzeit.

Das merken sich die Menschen.
Ja. Wir gehören zu den wenigen Institutionen, die ihre Standorte auch in Krisenfällen nie vollständig schließen und, egal wie, aufrechterhalten. Das haben wir schon immer so gemacht. Und das sorgt für Vertrauen. Wenn es die Sicherheitslage wieder zulässt, können wir mit dem Erhalt des kulturellen Erbes sofort wieder dort weitermachen, wo wir aufgehört haben. Und die Grabungswächter vor Ort versuchen die Stätten zu schützen, weil sie ihnen ja auch anvertraut sind.

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Friederike Fless

Foto:

Benjamin Pritzkuleit

Wie ist es mit der Zeit nach dem Krieg in Syrien? Über das Syrien Heritage Archive Project, in dem Sie Ihr gesamtes Foto- und Bildmaterial aus Syrien aufarbeiten, scheinen Sie ja schon konkrete Vorstellungen zu haben, wie man sich einen Wiederaufbau vorstellen kann.
Das Projekt fing 2012 an und wird vom Auswärtigen Amt unterstützt und hatte erst einmal die Grundidee, dass wir alle Informationen, die wir in unseren Archiven haben, digitalisieren. Im Grunde gibt es ja schon seit dem 19. Jahrhundert Forschungen im Nahen Osten, und es wird dabei fotografiert und dokumentiert. Die großen Grabungen haben Ende des 19. Jahrhunderts in dieser Region angefangen. Und seit dieser Zeit haben wir durchgehende Dokumentationen und können eben wie im Fall von Palmyra dokumentieren, wie es aussah, bevor die Grabungs- und Restaurierungsaktivität anfing. Denn vieles, was man noch vor Kurzem sehen konnte, war teilweise wieder aufgebaut worden. So wurden zum Beispiel viele der umgestürzten Säulen der antiken Säulenstraßen wieder aufgestellt. Man hat dabei natürlich antike Säulentrommeln verwendet, keine neu gemacht. Wir kennen also den Zustand vor und nach der Restaurierung. Diese Informationen einzelner Monumente und auch von Museumsbeständen können wir für unterschiedliche Dinge nutzen. Zum einen kann man, wenn Objekte in den Kunsthandel kommen, sagen, ja, das ist wirklich das Objekt, aus diesem oder jenem Museum, oder das ist die  eine ganz spezielle Büste aus einem bestimmten Grabturm in Palmyra, die geraubt wurde. Dafür braucht man gute Dokumentationen. Und das war die Grundidee, mit der wir zusammen mit dem Museum für Islamische Kunst hier auf der Museumsinsel angefangen haben. Zum anderen kann man die alten Dokumentationen für ein Schadensmonitoring und dann auch für den Wiederaufbau nutzen.

Zerstörung in ungeahntem Ausmaß

Das Projekt startete also ein Jahr nach Beginn des Kriegs. Zu der Zeit konnte man ja noch gar nicht absehen, wie lange der dauern wird, und wie stark die Zerstörungen sein werden.
Da waren ja schon die ersten Zerstörungen in Aleppo passiert. Das fing ja unmittelbar an. Und da haben wir dann gedacht, okay, wir haben  – auch im Museum für Islamische Kunst – so viele Bilder aus Innenräumen von Häusern in Aleppo, Bilder von Häusern, die wirklich umfassend das ganze Spektrum dokumentieren, ohne das damals klar war, welche Dramatik das Ganze noch annimmt, was die Zerstörungen angeht. Darüber hinaus haben wir aber zum Beispiel  auch an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus die Bauzeichnungen, die im Kontext der Restaurierung der Altstadt von Aleppo in den 1980er-Jahren durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit entstanden sind.

Was gibt es sonst noch für Bestrebungen?
Manche Kollegen haben vorgeschlagen, vor Ort zu fotografieren, was noch da ist – das heißt, Syrer mit Kameras auszustatten, damit sie dort fotografieren. Aber das ist zynisch. Mit Handys geht es, nicht aber mit Spezialkameras. Aber wer nur den Anschein erweckt, dass er irgendwie je nach Region ein Spion der Rebellen oder des Regimes sein könnte, der etwas fotografiert, wird dies nicht überleben. Die Bilder von Folter und Hinrichtungen aus nahezu allen Regionen Syriens, die Bilder dieses tausendfachen Leidens und Sterbens sind ja im Internet zu finden. Zudem blendet diese Idee  aus, dass die weltweiten Archive vor Bildern überquellen. Man sollte also vor allem die Archive erst mal erschließen. Wir bauen daher auf dem auf, was wir schon haben. In Berlin haben wir letzten Sommer Workshops mit syrischen Kollegen veranstaltet. Im Dezember gab es eine riesige Konferenz in Beirut. Da sind viele, viele Archäologen aus Syrien gekommen und haben wissenschaftlich über die Bedarfe und Notwendigkeiten, das kulturelle Erbe zu schützen, diskutiert. Auch dies ist eine Realität archäologischen Arbeitens, auch wenn wir zurzeit alle in verschiedenen Realitäten leben. Es geht darum, den Kontakt zu seinen syrischen Kollegen nicht abzubrechen und zwar auch zu Kollegen ganz unterschiedlicher Gruppierungen. Wir haben früher mit den Kollegen zusammengearbeitet und wollen auch weiterhin mit ihnen zusammenarbeiten.

 Wie wollen Sie das denn konkret tun?
 Wir wollen den syrischen Kollegen, die sich heute teilweise in ganz unterschiedlichen Ländern aufhalten, die Gelegenheit geben, über den Wiederaufbau ihres Landes nachzudenken, Pläne zu machen für die sogenannte Stunde null und selbst zu bestimmen, wie Syrien in Zukunft wieder aussehen soll. Wenn man in Aleppo wieder tätig werden kann, muss man sich fragen: Baut man die Altstadt wieder auf, oder macht man alles neu? Behält man den Stadtplan der Altstadt bei, oder gibt man der Stadt ein neues Straßenlayout? Diese Grundsatzentscheidungen kann man nicht erst treffen, wenn der Krieg vorbei ist. Das muss vorher gemacht werden, und das müssen Syrer machen, nicht wir.

Aleppo Basar

Die Altstadt von Aleppo wurde 1986 zum Weltkulturerbe erklärt. Der Basar in der Innenstadt war ein Bestandteil dieser einmaligen Anlagen.

Foto:

DAI

Aber man könnte gebeten werden, beim Aufbau zu unterstützen.
Ja, wie werden ja bereits gebeten. Vielleicht auch, weil wir aus unserer eigenen Geschichte traurige Erfahrungen haben; zerstörte Städte und Denkmäler. Und wir haben nach dem Zweiten Weltkrieg Entscheidungen getroffen, und daraus ist einmal Hannover hervorgegangen und einmal München und Münster. Einmal hat man sich für den rekonstruierenden Wiederaufbau wie in Münster entschieden – und das galt lange Zeit fast als ein wenig piefig, und heute findet man das schön. Und Hannover galt als absolut moderne, verkehrsfreundliche Stadt – und heute denkt man, ach, so modern hätte es jetzt auch nicht sein müssen. Dass wir uns aber bereits jetzt mit dem Wiederaufbau befassen, hängt auch damit  zusammen, dass wir positive Zeichen setzen, dass wir auch unsere Kollegen aus Syrien, die nun in Deutschland sind, einbeziehen wollen, dass wir ihnen eine Perspektive geben wollen.

Die Kollegen, die in Deutschland sind, sind Kollegen, die gerade geflüchtet sind?
Genau. Einige sind als Flüchtlinge hierher gekommen. Über gemeinsame Projekte können wir den syrischen Kollegen die Chance geben, mit einem positiven Projekt auch in Deutschland anzukommen. Die Kollegen, die ich treffe, und die in Flüchtlingsunterkünften sind, sind meistens unendlich depressiv. Das sind ja kluge Leute, die wollen was tun, aber sie können nicht. Um diese Kollegen müssen wir uns kümmern. Wir haben sie oder wollen sie in Berlin, aber auch an anderen Orten in Projekte einbeziehen, und die Forschungsförderer haben hier großartige Möglichkeiten eingeräumt. Natürlich sind dafür erst einmal auch praktische Probleme, zum Beispiel des  konkreten Status’ zu klären und Lösungen zu finden. Die Behörden in den Bundesländern sind absolut kooperativ. Unsere Vision ist, dass wir versuchen, den syrischen Kollegen, mit denen wir als Gäste in Syrien ja lange zusammengearbeitet haben, die Chance zu geben, nun positiv bei uns anzukommen. Und wenn man Deutsche verstehen will, ist es zum Beispiel gut, wenn man sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Wir sind ja stark geprägt durch die Taten, die Ereignisse, die Zerstörungen und durch die Art, wie wir sie verarbeitet haben und immer noch verarbeiten. Dadurch kann man etwas über unsere Gestimmtheit lernen.

Ja, es wird ja auch in anderen Bereichen versucht, die Menschen über Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren, sie mit dem Land vertraut zu machen. Das hat ja einen bestimmten Zweck.
Ja, Perspektiven öffnen. Je konkreter sie werden, desto besser. Natürlich ist es das gesamte Spektrum der syrischen Gesellschaft, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Ich befinde mich in einer Situation, in der ich eher mit Personen zu tun habe, die wir vom DAI kennen, oder die mir als Kollegen gleich vertrauter sind. Sie haben ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dem Krieg gemacht. Das geht von den Gräueln aus dem IS-Gebiet bis hin zu den Gefängnissen des Assad-Regimes. Aber ich habe immer wieder beobachtet, wenn die Kollegen wieder in die Archäologie, die Wissenschaft, integriert sind, wie sie aufblühen. Es hat mich erstaunt, wie stark sogar physiognomisch die Veränderungen sind, wenn die Kollegen wieder Mut gefasst haben. Und das bei all dem, was sie persönlich erlebt haben, und was sie täglich sehen, was ihren Familien im Land geschieht. Es gibt ja niemanden mehr, der nicht Angehörige in dem grauenhaften Krieg verloren hat. Hoffentlich endet dieses Leid, dieses Sterben bald.


Das Gespräch führte Günter Marks

  1. Zerstörung der Kulturgüter ist eine riesige Katastrophe
  2. Zerstörung in ungeahntem Ausmaß
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