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World Happiness Report 2017: So kommt der Glücksreport zustande

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In Norwegen, Dänemark, Island und der Schweiz sollen die Menschen laut der Studie am glücklichsten sein.

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dpa

Die Sehnsucht glücklich zu sein, ist uralt und das Streben der Menschen danach ist bis heute ungebrochen eifrig. Glücklich sein gleicht einem Lebensziel. Doch was das bedeutet und was man dafür tun muss – auf diese beiden Fragen gibt es vermutlich so viele Antworten wie Menschen auf der Erde. Schon die Philosophen der Antike haben darüber nachgedacht. Für Aristoteles war es das tugendhafte Leben in der Gemeinschaft, ausgestattet mit Besitztümern. Das kleine Glück stand für den Griechen Epikur im Mittelpunkt seines Lebens, denn nur wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen. 

Nun haben Wissenschaftler von der New Yorker Columbia University  im Auftrag der Vereinten Nationen den fünften Weltglücksbericht veröffentlicht. Darin steht Norwegen auf Platz 1, gefolgt von Dänemark und Island, Deutschland hat es auf den 16. Rang geschafft.

Daten aus 155 Ländern

Solche Berichte, die eine internationale Rangliste des Glücks ausgeben, brauchen messbare Daten. Bei menschlichen Empfindungen und Lebenserfahrungen ist das nicht einfach. Glück in all seinen Facetten kann man nur begrenzt messen. Deshalb haben die Studienmacher Faktoren ausgewählt, die das persönliche Wohlempfinden nachweislich beeinflussen - und zusammengesetzt persönliches Glück ergeben sollen. Sie haben für den aktuellen Glücksbericht soziale und ökonomische Umfragedaten einzelner Länder analysiert, wie zum Beispiel Einkommen, Freiheit in den eigenen Entscheidungen, Arbeitsbedingungen und Gesundheit. 

Für diese umfangreiche Erhebung wurden Daten aus 155 Ländern ausgewertet. Der Weltglücksbericht beruft sich dabei in großen Teilen auf die weltweiten Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Gallup. Jährlich werden von der Einrichtung jeweils etwa 1000 Einzelpersonen aus vielen Ländern Welt zu verschiedenen Themen wie Gesundheit, Arbeitssituation und Einschätzung der politischen Lage befragt. Für den Glücksbericht haben die Autoren die Antworten auf einzelne Fragen ausgewertet oder mehrere Antworten zusammengefasst und dann einen Durchschnitt ermittelt.

Die Studienmacher verweisen darauf, dass für sie ein großer Unterschied zwischen der Frage besteht, wie ein Mensch sein Leben allgemein bewertet und wie einzelne Erfahrungen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt auf das Leben ausgewirkt haben. Und haben letzteres versucht, auszuklammern. Doch kann dieser feine Unterschied gelingen? Emotionen und persönliche Erfahrungen lassen sich beim Beantworten der Fragen kaum trennen. 

Andere Erhebung, andere Länder an der Spitze

Die Zahl von sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, besonders zum Thema Zufriedenheit, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. So konnten auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren wie Gesundheit und Zufriedenheit festgestellt werden. Auch das mehrjährige Projekt World Value Survey erhebt Daten zum Glück. Die Plattform bietet eine der ausführlichsten Befragungen über menschliche Werte, die je gemacht wurde. Die Sozialforscher dort befragen Menschen in 52 Ländern zum Beispiel nach ihrer Meinung zu Gleichstellung von Männern und Frauen, Religion, Globalisierung und Zufriedenheit. Sie haben festgestellt, dass die Zufriedenheit in 45 von 52 Ländern in der Zeit von 1981 bis 2007 gestiegen ist.

Die Wissenschaftler erklären das insgesamt gestiegene Glückslevel mit ökonomischer Entwicklung, Demokratisierung, mehr sozialer Toleranz und dass Menschen freie Entscheidungen treffen können. Damit ähneln diese Faktoren denen des Weltglückberichts. Doch in der Erhebungswelle der World Value Survey zwischen den Jahren 2010 bis 2014 waren es Mexikaner, Kolumbianer, Usbeken und Schweden, die sagten, dass sie mit ihrem Leben besonders zufrieden sind.