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Wolgograd-Attentat: Ein Anschlag, der Putin hilft

Ein Sicherheitsfanatiker: Vladimir Putin

Ein Sicherheitsfanatiker: Vladimir Putin

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imago/ITAR-TASS

So zynisch es klingen mag: Der Bombenanschlag in Wolgograd spielt Wladimir Putin in die Hände. Der Kremlchef kann nun die Sicherheitsvorkehrungen vor und während der Olympischen Spiele in Sotschi mit Verweis auf die Terrorgefahr noch stärker ausweiten. Westliche Regierungen werden ihm kaum glaubhaft Missbrauch vorwerfen können – insbesondere angesichts des fortgesetzten Anti-Terror-Krieges der USA mit all seinen inakzeptablen Begleiterscheinungen. Die Stichworte lauten NSA und Guantanamo.

Ohnehin plante Putin, Sotschi in eine Hochsicherheitszone zu verwandeln. Dazu gehört das Abhören und Ausforschen von Telefon- und Internetverbindungen im großen Stil. Putin hat nach dem Anschlag in Wolgograd alle Argumente parat, um seine Big-Brother-Spiele so zu inszenieren, wie es ihm passt. Der Anschlag hilft Putin auch in anderer Hinsicht. Der Kreml schürt seit Langem gezielt großrussischen Nationalismus und eine schnell wachsende Fremdenfeindlichkeit, die sich vor allem gegen Migranten aus dem Kaukasus und Zentralasien richtet. In Erinnerung ist noch die Hetzjagd auf Ausländer in Moskau im Oktober.

Russland ist trotz (oder wegen?) des Sicherheitsfanatikers Putin auch mehr als 20 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion ein instabiler Staat. Das Vielvölkerreich und seine Gesellschaft werden lediglich durch die Macht des Apparates und den Energiereichtum zusammengehalten.


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