Etwa 5 000 Polizisten werden am Dienstag und Mittwoch in Berlin im Einsatz sein. Das sind 2 000 weniger als geplant. Andere Bundesländer brauchen ihre Beamten am 1. Mai selbst und konnten deshalb nur einen Teil der von Berlin bestellten Polizisten zur Verstärkung schicken. Dafür muss die Polizei mehr Demonstrationen als in früheren Jahren begleiten. Laut Innensenator Ehrhart Kör-ting (SPD) erwartet die Polizei "Schwerstarbeit". Im vergangenen Jahr waren 7 500 Polizisten unterwegs. Verstärkung kommt unter anderem aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Anwohner des Boxhagener Platzes in Friedrichshain berichten, dass am Montag Schweriner Polizisten das Areal inspiziert haben.Insgesamt sind für die Walpurgisnacht und den 1. Mai 42 Großveranstaltungen angemeldet - sieben mehr als 2001. So erwartet der DGB zu seiner Demonstration in Mitte 20 000 Teilnehmer. Um 13 Uhr gibt es eine Demo in Kreuzberg, zu der unter anderem maoistische und trotzkistische Gruppen aufgerufen haben. Diese Demo vereinigt sich ab 16 Uhr mit dem Zug eines "Linksradikalen und Autonomen 1.-Mai-Bündnisses", weil sich für Letzteren nicht genug Teilnehmer fanden. Die für 18 Uhr geplante "Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration", zu der ein Bündnis um die Antifaschistische Aktion Berlin (AAB) aufruft, führt von Mitte nach Kreuzberg. Die AAB kündigte an, gegen die von der Polizei verordnete Route zu klagen - allerdings erst anschließend.Galt im vergangenen Jahr nur die 18-Uhr-Demo als riskant, so rechnet die Polizei jetzt auch mit Ausschreitungen bei der 13-Uhr- und bei der 16-Uhr-Demo. Am Montag fuhren die ersten Anwohner der Oranienstraße ihre Autos weg, an einen sicheren Ort.Ab 11 Uhr marschiert auch die NPD in Hohenschönhausen. Das Bündnis "Europa gegen Rassismus" plant Gegenkundgebungen. Die Feuerwehr rechnet bereits in der Walpurgisnacht mit mehr als hundert Einsätzen. Sie geht davon aus, dass im Mauerpark, auf dem Boxhagener Platz, auf dem Oranienplatz, im Britzer Garten sowie im Volkspark Friedrichshain Feuer entzündet werden.BERLINER ZEITUNG/LUKAS PUSCH Fünf größere Demos wurden angemeldet. Die Polizei rechnet mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.