Brigitte Zimmer, Direktorin für Öffentlichkeitsarbeit im Botanischen Garten, hält nichts davon, dass die Freie Universität (FU) vielleicht den Garten aufgibt.Was dachten Sie, als Sie von der möglichen Schließung erfuhren?Ich habe einen Schock bekommen. Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von sieben Leuten angesprochen, die mich fragten: Was machen wir denn jetzt?Ist die Drohung der FU, den Botanischen Garten zu schließen, vielleicht nur eine überzogene Reaktion auf die Sparpläne des Finanzsenators?Ernst zu nehmen ist das in jedem Fall, auch wenn die Drohung auch politischen Charakter hat. Klar ist, dass die FU sparen muss und wir da natürlich auch gefordert sind. Könnten Sie der FU durch Sparmaßnahmen entgegenkommen?Wir sparen ja schon. Stellen, die frei werden, werden nicht mehr besetzt. Wir haben unsere Eigenleistung erhöht, wir werben Drittmittel ein. Wir überlegen, bestimmte Aufgaben an Firmen zu geben. Wir könnten auch die Eintrittspreise erhöhen oder für die Pilzberatung Geld verlangen.Planen Sie Aktionen zur Rettung des Botanischen Gartens?Ich habe Unterschriftenlisten an den Eingängen ausgelegt. Die Unterstützung ist groß. Leute haben heute angerufen, die eine Pflanzenpatenschaft übernehmen, oder Geld für die Sanierung unserer Wege spenden wollen. Wer könnte den Garten kaufen oder finanziell unterstützen?Bei einem Kauf müsste zunächst der Senat zustimmen. Garten und Museum könnten vom Bund unterstützt werden. Schließlich handelt es sich um eine Sammlung, die für die Lehre einen wertvollen Beitrag leistet.Der Garten ist also mehr als ein Erholungsgebiet?Ja, wir geben Pflanzen zur Bestimmung an Universitäten und Schulen. Und wir vermitteln Wissen an die Bevölkerung. Unsere Besucher lernen die Pflanzen kennen. Wie sollten sie etwas schützen, was sie nicht kennen?Was würde bei einer Schließung verloren gehen?Würde der Garten zu einem bloßen Park, verlören wir die Artenvielfalt. Unser Botanischer Garten ist der mit den drittmeisten Arten weltweit. Die Anstrengung, die seit hundert Jahren in den Garten gesteckt wurde, wäre umsonst gewesen. Es würde Jahrzehnte dauern, wieder etwas Ähnliches aufzubauen.Das Gespräch führte C. Lehnen.BLZ/WÄCHTER Brigitte Zimmer Sprecherin des Botanischen Gartens