Die Gewaltbereitschaft unter Motorradrockern hat stark zugenommen. Das sagte der Chef des Landeskriminalamtes (LKA), Peter-Michael Haeberer, gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Mythos vom Altherren- Motorradclub gehöre der Vergangenheit an. Nach Informationen des LKA existieren in Berlin 13 große Clubs mit insgesamt bis zu 650 Mitgliedern. Vor neun Jahren waren es noch vier Clubs mit 80 bis 90 Anhängern. Seit 2006 kam es in Berlin zu drei Schießereien, vier Messerstechereien und einer Massenschlägerei unter rivalisierenden Clubs. Das Rotlichtmilieu, der Drogen- und der Waffenhandel sind laut Polizei die kriminellen Geschäftsbereiche der Rocker. Sie versuchen den Zutritt zu Diskotheken zu bekommen, um darin den Drogenhandel zu kontrollieren. Deshalb gründeten die Rocker eigene Sicherheitsunternehmen. Ein Verbot der Banden sei schwierig, weil ihre Verbrechen meist nicht dem Club als Ganzes nachzuweisen sind, sagte Haeberer. Zudem würde dies das Problem nur in andere Bundesländer verschieben. (BLZ) Seite 20