In Träumen erfüllen sich unsere Wünsche, sagt Freud, und darum sind es so oft Albträume. Noch einmal jung sein möchte Mike (Matthew Perry), aber natürlich mit all der Cleverness und Lebensweisheit, die der alte Mike zu besitzen glaubt. Mit 17 war er der Schulschwarm, das Baketball-As mit großer Zukunft. Die Schwangerschaft der Freundin verpasste seiner Karriere den Kreuzbandriss. Heute ist seine Ehe kaputt und er auch. Seine Frau hasst ihn, die Kinder hassen ihn, bei jeder Beförderung wird er übergangen. Seine Firma handelt - subtil! - mit Mitteln gegen Potenzprobleme.Der Traum wird wahr, und so drückt plötzlich der junge Mike (Zac Efron) zusammen mit Sohn und Tochter die High-School-Bank - natürlich inkognito. Für einen Teenager hat er etwas konservative Ansichten, etwa zum Thema Verhütung, doch zumindest seine noch immer erwachsene Frau Scarlet (Leslie Mann) und Tochter Maggie (Michelle Trachtenberg) fahren voll auf ihn ab. Der Albtraum beginnt."17 Again" gehört zum ewig jungen Genre der "Body Switch"-Komödie. Mit seinen leicht inzestuösen Verwicklungen ähnelt der Film aber vor allem dem 80er-Klassiker "Zurück in die Zukunft". Darin reiste Michael J. Fox in die Zeit vor seiner Geburt und traf dort auf die jugendlichen Larven seiner künftigen Blutsverwandten. Gruseliger Höhepunkt der ödipalen Komik war ein Kuss mit der eigenen Mutter.Ein Gruselfilm ist "17 Again" jedoch aus ganz anderen Gründen. Wie so oft wickelt Hollywood eine gute Idee in papierene Stereotype und ertränkt sie in Lieblosigkeit. Die Regie von Burr Steers ("Igby") ist ganz zugeschnitten auf Zac Efron, seit "High School Musical" eines jener Teen-Idole, die Mädchen in aller Welt zum Kreischen bringen. Ähnlich wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel verströmt er gerade jenes Maß an Maskulinität, das geeignet ist, den 10- bis 12-Jährigen die Angst vor dem anderen Geschlecht zu nehmen. Gut und wichtig, aber gerade der Körpertauschfilm braucht etwas mehr. Den Mann im Kind kann der 22-Jährige nicht spielen, und - was ihn entlastet - er soll es auch nicht. Der nach der Vorgeschichte rechtschaffen verbitterte Mike redet nur eben so altklug daher wie bei Filmteenagern heute üblich. Jede potenzielle Gefährlichkeit des Stoffs wird übergangen, sieht man doch im Jungdarsteller Zac Efron nie jemand anderen als - Zac Efron. Den heißen Feger mit dem verträumten Haarvorhang vor glattem Strahlegesicht. Sogar ein feuriges Plädoyer für sexuelle Abstinenz klingt aus seinem Mund sexy. Jubel, kreisch!Dass ihr Schwarm hier mit einer schicken 37-Jährigen anbandelt, werden seine jugendlichen Verehrerinnen verschmerzen. Es erweitert sogar die Zielgruppe, wie auch der Kurzeinsatz von Matthew Perry, der in der Fernsehserie "Friends" die Verknüpfung von Spießigkeit mit erstklassigem Entertainment perfektioniert hat. "17 Again" hat viele überflüssige Nebenhandlungen und eine erwartbar familienfreundliche Botschaft. Die Unterhaltung ist mager. Aus der Traum.------------------------------17 Again USA 2009.Regie: Burr Steers. 102 Min., Farbe. Ein Interview mit Hauptdarsteller Zac Efron lesen Sie auf Seite 28.------------------------------Foto: Es hilft nichts: Zac Efron bleibt einfach immer Zac Efron.