Im Jahr 1785 schossen Preußen und die USA einen Freundschafts- und Handelsvertrag. Auf dem schwierigen Weg in die Zukunft war den USA ein Partner vom Range Friedrichs II., dessen Bild manche Häuser deutschstämmiger Siedler in Pennsylvanien schmückte, hochwillkommen.Die Vorgeschichte dieses Dokumentes ähnelt dem Stoff eines Kriminalromans. Sie beginnt am 29. Juli 1776 in Paris. Ein Berliner Handelsagent schlägt nach Treffen mit USA-Vertretern einen preußisch-amerikanischen Handelsvertrag vor. Schon im Herbst reist Mr. William Carmichael zu Gesprächen in die preußische Hauptstadt. Sein Besuch wird jedoch gegenüber dem höchst mißtrauischen britischen Gesandten offiziell dementiert.Im Februar 1777 schicken Benjamin Franklin und Silas Deane einen Brief an die Spree, dem der Text der Unabhängigkeitserklärung vom 7. Juli 1776 beiliegt. Zwei Monate später teilen beide Männer die Absicht ihrer Regierung mit, einen bevollmächtigten Minister nach Berlin zu entsenden. Man biete freien Handel mit den Vereinigten Staaten und hoffe, einen großen Teil des eigenen Handels "ohne Gefahr und große Unkosten nach Preußen lenken" zu können. Insbesondere bitte man, die Abreise "der zu unserer Vernichtung gemieteten Truppen verhindern" zu helfen.Friedrich II. taktiert vorsichtig, er will die Briten, die sich ja im Krieg mit den USA befinden, nicht provozieren. Er versucht die Verhandlungen mit den USA hinauszögern, "um mich auf die Seite dessen zu schlagen, für welchen sich das Glück erklären wird", vertraut er seinem Bruder Heinrich an. 1781 wird die englische Kolonialmacht von den amerikanischen Truppen besiegt. Aber der Friede kommt erst im September 1783 zustande. Es bedarf noch einmal zweier Jahre, bis der Vertrag Preußen-USA unterschriftsreif vorliegt. Am 10. September 1785 setzt Baron von Thulemeier, Friedrichs Gesandter in Den Haag, Namenszug und Siegel unter das Papier. +++