Thomas Jefferson, der dritte Präsident der USA, träumte einen idealistischen Traum: "Wir halten diese Wahrheit für seibsteinsichtig, daß al-. lc Menschen gleichgeschaffen und von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden sind", formulierte el, 1776 in der Unabhängigkeitserklärung. Doch die Negersklaven des Südens blieben in dieser Erklärung ausgespart. "Wenn das Maß der Tränen voll ist, wird sich zweifellos der gerechte Gott ihrer erbarmen", hoffte Jefferson für seine "leidenden Brüder".Am 30. Januar 1869 erteilte das USA-Repräsentantenhaus den Farbigen das volle Wahlrecht. Nach Ende des Bürgerkrieges zwischen den Nord- und den Südstaaten war die Gleichberechtigung der Rassen zumindest auf dem Papier festgeschrieben. Die Umsetzung der Bestimmungen in die Praxis ließ freilich noch lange auf sich warten.Ein Konfliktpotential zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaaten, das sich im Sklavenproblem bündelte, hatte nach der Wahl des liberalen Abrajiam Lincoln zum Präsidenten ab 1861 zum Krieg geführt. Am Ende stand die Niederlage des Südens und der Aufstieg der "schwarzenfreundlichen" Partei der Republikaner. Der Süden mußte in zahlreichen Verfassungsänderungen den Negersklaven Freiheit und Bürgerrechte zugestehen, darunter auch das Wahlrecht.Über zahlreiche gesetzliche Sonderregelungen und über Terrororganisationen wie den Ku Klux Klan wurden die Schwarzen allerdings an der Wahrnehmung ihrer Rechte gehindert. Erst im 20. Jahrhundert erhielt der Kampf der Farbigen um ihre Bürgerrechte mit dem Auftreten des Baptistenpfarrers Martin Luther King neue Impulse. Die Rassentrennung wurde aufgehoben, 1957 das Wahlrecht für die Schwarzen endgültig gesetzlich verankert. Die soziale Benachteiligung und latente Diskriminierung des schwarzen Bevölkerungsteils der USA besteht aber bis heute fort.