Das Berliner Brot des Jahres hat Flügel. Es kommt von der Bäckerei Prohassek aus Alt-Mariendorf, heißt "Rosinenbomber" und sieht aus wie ein Flugzeug. Das Backwerk aus Rosinenbrötchenteig setzte sich am Sonnabend beim Brotfest der Berliner Bäckerinnung auf dem Alexanderplatz gegen 22 andere Bezirksspezialitäten durch.Seit März hatten die Berliner Bezirksbürgermeister aus den Brotsorten ihrer Bezirke ihre Favoriten ausgewählt. So bevorzugt zum Beispiel der Kreuzberger Franz Schulz (Bündnis 90/Grüne) ein Hanfbrot, das allerdings absolut rauschmittelfrei ist. Der Weddinger Hans Nisblé (SPD) findet den "Bürgermeisterkranz" besonders toll, der seit 120 Jahren eigentlich nur zur Wahl eines neuen Bürgermeisters gebacken wird. Der Tempelhofer Dieter Hapel (CDU) entschied sich für den süßen Teig-Flieger, denn der Name "Rosinenbomber" erinnerte ihn an die Flugzeuge der Berliner Luftbrücke, die vor 52 Jahren zur Versorgung der West-Berliner im Minutentakt in Tempelhof landeten.Zum fünften Mal hatte die Berliner Bäckerinnung in diesem Jahr zu ihrem Brotfest eingeladen. "Wir wollen damit den Leuten in Erinnerung rufen, wie gut das Brot vom Bäcker aus dem Kiez schmeckt", sagt Innungsobermeister Hans-Joachim Blauert. "Das wird immer etwas Anderes sein als in den Aufbackstationen der Tankstellen oder Supermärkte." Rund 20 000 Berliner machten von dem Angebot an 50 Bäckereiständen Gebrauch. (mk.)