Gute Nacht, Freunde" ist der Auftakt. Eine fünfköpfige Männerband liefert den Sound für die Abschiedsworte aus Rock, Pop, Schlager und Volksmusik: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei". Der Abschied wurde viel besungen. Die Missfits, zwei der dienstältesten Kabarettistinnen, hören auf. 20 Jahre bearbeiteten sie die Beziehung zwischen Männern und Frauen, brachten den Orgasmus auf die Bühne, ebenso das F-Wort. Jetzt geht es in die "Letzte Runde". Die ist 15 Monate lang und führt durch Orte, an denen es Gerburg Jahnke und Stefanie Überall besonders gut gefallen hat und auch dorthin, wo sie schon immer hin wollten. Im Februar 2005 ist endgültig Schluss mit den Themen Männerschwächen, Frauenleiden und Sex, Sex, Sex."Früher waren wir diejenigen, die sich mit dem Thema Männer und Frauen beschäftigt haben, als sich die Jungs noch um ihre wichtigen Jungs-Themen kümmerten. Heute machen die männlichen Kabarettisten nichts anderes als wir. Da leiert das Thema Männer-Frauen langsam aus", so Gerburg Jahnke. In der Tat kann man mit Hilfe der Missfits die Anfänge der Frauenbewegung nachvollziehen. "Selbstuntersuchung" wäre dazu ein Stichwort, das andere ist Femininsprech - eine mit Üs, Äs und Ös weich gebürstete Sprache, deren Endungen statt "er" nur noch ein "sie" kennen; "man" wird also durch fräu" ersetzt. Heraus kommt etwas wie "Brüdsie Jakob" und "Geisimeisie im Fräutel" - also eine Sprachregelung, auf die die Welt immer gewartet hat. Zum Best Of sind viele Bühnenfiguren mitgekommen, auch Matta und Lisbett, die sexgeilen Greisinnen mit Safer-Sex-Erfahrungen: "Im Bett immer ohne Zähne." Etwas zahnlos sind auch viele der Missfits-Sketche, in einer Zeit, wo Privatradios täglich E-Mails mit "Nackten Wahrheiten über die Männer" verlesen. Aber Jahnke und Überall haben schließlich 20 Jahre früher damit angefangen. Nun sind sie es leid, auf die Rolle der Männerhasserinnen reduziert zu werden und wollen sie nicht mehr erfüllen. Ihre selbstkritische Haltung und Pionierleistung versöhnt mit dem monothematischen Abend, den 3 700 überwiegend weibliche, überwiegend ältere Zuschauer mit viel Beifall quittieren. Außerdem kann man sich sehr gut vorstellen, dass die zwei ein glänzendes Comeback als alte Schachteln haben werden, wenn sie ihr eigenes Schaffen pointiert beleuchten - in 20 Jahren eben.------------------------------Sa sowie am 13., 14., 15., 17. und 18. September jew. 20 Uhr, Tempodrom.