MITTE. Noch ein Jahr kann man auf dem einstigen Stadion-gelände an der Chausseestraße Golf und Beachvolleyball spielen. Dann ist dort für immer Schluss mit dem Sport, denn Ende 2006 beginnen die Bauarbeiten für die neue Zentrale für den Bundesnachrichtendienstes (BND). Gerechnet wird mit einer Bauzeit von vier Jahren. Bis 2011 werden dann die 4 000 BND-Mitarbeiter von Pullach nach Berlin umziehen. Diesen Zeitplan nannte am Freitag Hans-Georg Winthuis von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die für den neuen Standort die Planungen erarbeitet. Die BND-Zentrale wird auf einer 9,5 Hektar großen Fläche errichtet. Die Büros der Mitarbeiter befinden sich aus Sicherheitsgründen aber abseits der Straßen im inneren Bereich der Anlage. Bis zu 36 Meter hoch soll der Bürokomplex werden. Umgeben wird er von einer rund 30 Meter breiten Sicherheitszone. Außerhalb dieser Zone werden an der Chaussee- und an der Habersaathstraße vier weitere Häuser gebaut. Dort sollen ein Parkhaus, ein öffentliches Informationszentrum sowie ein Internat untergebracht werden. Vereinzelt werde es Läden in den Erdgeschossen geben, "damit die Zentrale nicht wie ein Hochsicherheitstrakt wirkt", sagte Winthuis. Zu dem BND-Komplex wird im Januar ein Architekturwettbewerb entschieden. Vorgesehen ist auch die Wiederherstellung des Pankeverlaufs und die Gestaltung eines 3,1 Hektar großen Pankeparks mit Fuß- und Radweg. Außerdem wird eine neue Erschließungsstraße gebaut, die die Chausseestraße mit der Scharnhorststraße verbindet. Die Baukosten werden vom Bundesfinanzministerium mit 720 Millionen Euro angegeben, die Kosten für den kompletten Umzug des Nachrichtendienstes auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Kritik am Konzept für den BND-Standort kommt von den Grünen. Mit 270 Meter Länge und 130 Meter Breite wäre das Bürogebäude "größer als das Terminal des Flughafens Tempelhof", kritisiert Stephan von Dassel von den Grünen in Mitte. Außerdem sei der Grünstreifen entlang der Panke zu schmal und er würde im Schatten des Bürokomplexes liegen. 1 500 Unterschriften haben die Grünen gegen den BND-Standort gesammelt, die sie während einer Erörterungsveranstaltung dem Senat übergeben wollen. Erörterung zum Bebauungsplan für den BND: Montag, 6. 12., Hotel Aquino, Tagungszentrum, Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5 b. Beginn: 19 Uhr.