Aufregender Tag: Friedensgerüchte; Himmlers Vorschlag, etc.". Klaus Mann ist mit der amerikanischen Armee in Rom, als er vom Angebot Himmlers hört, vor den Westmächten zu kapitulieren. Hitler erreicht die Nachricht im Führerbunker über Radio Stockholm. Er tobt und lässt den Verbindungsmann zur SS, Otto Hermann Fegelein, erschießen; Himmler selbst ist nicht mehr in Berlin. Die Rote Armee steht jetzt auch im Norden unmittelbar am Regierungsviertel. Zwei Divisionen beginnen am Nachmittag den Sturm auf die Moltkebrücke; um Mitternacht erreichen die ersten Soldaten das südliche Ufer. Bersarin veröffentlicht seinen "Befehl Nr. 1", der das Leben in der besetzten Stadt regelt ("Binnen 72 Stunden haben sich ebenfalls alle in der Stadt Berlin verbliebenen Angehörigen der deutschen Wehrmacht, der SS und SA zwecks Registrierung zu melden"). Der Offizier Wladimir Gelfand schreibt in sein Tagebuch: "Die Straßen von Berlin sind laut und belebt. Die Deutschen tragen alle weiße Armbinden. Sie fürchten sich nicht vor uns und spazieren auf den Straßen, wo es nur geht."Brigitte Mira versteckt sich bei den Ordensschwestern im Sankt-Gertrauden-Krankenhaus. In dessen Chronik heißt es, die russischen Soldaten seien im "großen Ganzen den Schwestern gegenüber anständig" gewesen. Hugo B. aus Kreuzberg wird Zeuge, wie sein Nachbar von russischen Soldaten erschossen wird, nachdem er seine Tochter verteidigte. "Gerade wir, die wir der Nazipropaganda nie glauben schenkten, sind nun über das Vorgehen der Russen sehr enttäuscht."Morgen schreibt der Historiker Gerd Herzog: Die letzte Ausgabe des "Panzerbären" erscheint.