STRASSBURG, 13. August. Portugal hat am Montag die europäische Bioethik-Konvention ratifiziert. Wie der Europarat in Straßburg mitteilte, trat das Land zugleich dem Zusatzprotokoll bei, das das Klonen von menschlichen Embryonen untersagt. Die "Konvention über Menschenrechte und Biomedizin" ist der bislang einzige internationale Verhaltenskodex für den Umgang mit biomedizinischen Techniken, etwa der Embryonenforschung oder Gentests, sowie mit Organtransplantationen.Ziel des 38 Artikel umfassenden Völkervertrags ist es, der medizinischen Forschung dort Grenzen zu setzen, wo Würde und Rechte des Menschen angetastet werden könnten. Das Abkommen verbietet beispielsweise, dass Teile des menschlichen Körpers zu kommerziellen Zwecken vermarktet werden. Die Ergebnisse von Gentests dürfen nur zu therapeutischen Zwecken oder für die medizinische Forschung verwendet werden und nicht dazu führen, dass Menschen auf Grund ihres genetischen Erbes diskriminiert werden. Eingriffe in das menschliche Genom (Erbgut) sind nur für Zwecke der Diagnose.Das Abkommen wurde bisher von 29 der 43 Europaratsländer unterzeichnet. Deutschland lehnt den Beitritt ab, weil einige der Regelungen aus Berliner Sicht nicht streng genug sind. So hatte Deutschland vergeblich ein umfassendes Verbot der Embryonenforschung und strengere Vorschriften für Forschung an "nicht-einwilligungsfähigen" Menschen verlangt. (AFP)