Es war Liebe auf den ersten Blick: Als der 32jährige Österreicher Im letzten Mai nach Berlln kam und den Berliner Fernsehturm sah, wußte er sofort: "Da will ich runterspringen." Der Turm sei für ihn nicht irgendein gigantisches Sprungbrett, sondern habe symbolischen Wert. "In ihm liegt die ganze Energie der Vergangenheit, der Vereinigung Deutschlands", erklärt der Mann, der aus einem 7 000-Seelen-Dorf in der Steiermark kommt. Fast zehn Minuten soll das Rendezvous dauern, 10,71 Sekunden davon der freie Fall aus 235 Meter Höhe. Dann hofft der ehemalige Ski-Springer der österreichischen Nationalmannschaft, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. 2 000 Mai hat er sich In seinem Leben bereits wie ein Jo-Jo aus der Höhe gestürzt. Das erste Mai in Kanada -- nur zum Spaß. Doch dann fand er Geschmack an der Hopserel und machte sie In Österreich zu Geld. Er gründete eine Bungy-jumping-Firma. "Manchmal", sinnlert Hirner, "frage ich mich schon, warum ich das mache". Aber dann entlohnt ihn das unbeschreibliche Hochgefühl des Springens. "Das ist wie die Freude darüber, daß ein Freund nach langer Zeit zurückkommt." Angst gehört zum Geschäft, aber gekniffen wird nicht. Nur extremer Wind und Nebel gelten als Entschuldigung. "Man muß die geistige Kraft finden, die Angst zu überwinden", meint Hirner. Dann könne man auch im Leben seine Ideen verwirklichen.Ohne den Nervenkitzel des Bungy-Jumpings möchte er nicht leben. Denn der Mensch brauche das Abenteuer. Rupert Hirner liebt das "kalkulierbare" Risiko. Sein Lebensziel ist ehrgeizig: Er will schließlich 100 Jahre alt werden. Rupert Hirner