BERLIN, 27. Juni. Die Union will im Falle eines Wahlsieges den Atomendlager-Standort Gorleben weiter erkunden und rechnet dafür mit Kosten von rund 300 Millionen Euro. Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Energieexperte Kurt-Dieter Grill am Montag in Berlin. Nach Ansicht Grills dürfte es noch etwa vier bis fünf Jahre dauern, bis über die Eignung Gorlebens für ein Endlager abschließend entschieden werden könne. Bislang hat die Erkundung des Salzstocks 1,3 Milliarden Euro verschlungen. 98 Prozent der Kosten entfallen auf die großen Energiekonzerne, die Verursacher von hochradioaktivem Müll. Die restlichen zwei Prozent werden von der öffentlichen Hand getragen, da auch Krankenhäuser entsprechende Abfälle produzieren.Die Union will überdies die Energieversorger dazu anhalten, wieder mehr Geld in die Forschung zu stecken. Dies dürfe aber nicht als Gegengeschäft gegen längere Laufzeiten bei den Atommeilern verstanden werden. "Ich lasse mir die Laufzeiten nicht abkaufen", sagte Grill. Die Union will den Atomkonsens mit den Kraftwerksbetreibern neu verhandeln. Das sieht auch ein entsprechendes Positionspapier der Unions-Bundestagsfraktion vom Juni vor. Darin heißt es, die Frage von Neubauten stelle sich nicht, da kein Versorger einen solchen Antrag gestellt habe. (sche.)